21.08.2010 - AC Lichtenfels vs. KG Frankfurt (O)

Oderstädter lassen sich beeindrucken
Lichtenfels (moz) Die KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt musste im Erstbundesligakampf beim AC Lichtenfels eine schmerzhafte 14:23-Niederlage einstecken.

450 Fans sorgten für große Stimmung. Davon ließen sich einige Oderstädter beeindrucken. Doch auch Kampfrichter Eberhard Probst ließ sich einig Male von der Lautstärke des Publikums leiten. „Da waren aus meiner Sicht auch kampfentscheidende Dinge dabei, muss er als internationaler Kampfrichter eigentlich mehr Fingerspitzengefühl zeigen“, ärgert sich KG-Trainer Sebastian Möser über Benachteiligung.

Lichtenfels begann wie die Feuerwehr: KG-Neuzugang Georgi Berchev (55 kg/FR) war Tobias Glücker technisch unterlegen. Glücker sammelte gegen den Frankfurter in drei Runden 14:0 Punkte und bekam für seinen Sieg 4 Zähler zugesprochen. Schwergewichtler Ronald Kraft (120 kg/GR) gewann gegen Mirian Giorgadze zwar die erste Runde, doch dann bog der Georgier den Kampf noch um und siegte mit 3:1. Auch Christoph Bast (60 kg/GR) konnte die erste Runde (7:0) gegen Rumen Savchev gewinnen, wurde dann von Kampfrichter Probst ausgebremst, was Savchev Vorteile zum 3:1-Erfolg einbrachten.

Robert Glor stand in der 96-Kilo-Klasse gegen den Lichtenfelser Steffen Hartan auf verlorenem Posten, unterlag dem Junioren-Vizeweltmeister (2003) mit 0:3 (0:2, 0:3, 0:4). Kurz vor der Pause schaffte Dennis Langner (66 kg/FR) einen Überlegenheitssieg gegen Iwan Schell, holte vier Teampunkte zum 6:13-Pausenstand.

Für einen Hoffnungsfunken nach der Pause sorgte Fabian Jänicke (84 kg/GR). Er bezwang Tobias Schütz mit 3:0 (2:0, 3:0, 1:0). Doch die Gastgeber legten gleich wieder nach. KG-Neuzugang Yuri Maier (84 kg/FR) gewann zwar die erste Kampfrunde, doch danach nahm Christoph Meixner das Heft des Handelns in die Hand. Der Argentinier in den Reihen der Oderstädter musste die drei Folgerunden zum 1:3 abgeben.

Als auch Marc Wentzke (66 kg/GR) sein Duell gegen Andreas Spinnler mit 0:3 verlor, bahnte sich sogar ein Kantersieg der Lichtenfelser an, denn auch David Ignatius (74 kg/FR) war dem internationalen Spitzenringer Serghei Siscov im ungewohnten Freitil klar unterlegen und gab 4 Zähler ab. Der Überlegenheitssieg von Marcus Thätner über Johannes Kraus (7:0, 5:0, 2:0) war nur noch Kosmetik zum 14:23-Endstand.

„Das war ein wichtiger Kampf gegen einen Abstiegskonkurrenten. Deshalb ärgert es mich, wenn wir durch zweifelhafte Entscheidungen um Punkte gebracht werden. Allerdings müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen“, sind für Trainer Möser immer noch nicht alle seiner Athleten in der 1. Bundesliga angekommen. „Vor allem an taktischen Dingen müssen wir noch arbeiten“, erklärt er mit Blick auf die noch anstehenden schweren Begegnungen.