Frankfurter Sportschüler glänzen mit drei Bronzenen


Fürstenhausen – Die A-Jugendlichen gaben am vergangenen Wochenende den Startschuss in die diesjährige Serie der Einzelmeisterschaften der Ringer. Und das ist genau die Altersklasse, die 2020 bei den Olympischen Spielen in einer der letzten drei BewerberstädteIstanbul, Tokyo, oder Madrid im besten Ringeralter wäre. Doch die IOC-Exekutive ließ mit seiner Empfehlung, Ringen aus dem olympischen Programm zu streichen, die Träume der heute 15- und 16-jährigen zunächst erst einmal platzen.

Doch Hoffnung macht sich breit, die Proteste in vielen Ländern gegen die Empfehlung der IOC-Kommission trägt Früchte, Sport, Politik, aber auch Partner des Sportes aus der Wirtschaft bilden eine breite Front für den Erhalt des Ringkampfsportes als olympische Sportart.

Auch die jungen Ringer in Fürstenhausen (griechisch-römischer Stil und Köln-Mühlheim (Freistil) machten ihren Unmut Luft und bekundeten mit einem Transparent; Rettet das olympische Ringen‘ den Willen, über 2016 hinaus um olympisches Edelmetall kämpfen zu dürfen. Das Ringkampf keine sterbende Sportart ist, bewiesen die jungen Recken mit herzerfrischenden Kämpfen. Bei den Griechisch-Römisch-Spezialisten, die im Saarland antraten, dauerte die erste Runde am Freitagabend über drei Stunden, mit 178 Athleten gab es einen steilen Anstieg der Teilnehmerzahlen aus fast allen Bundesländern, die sich darüber hinaus knappe- und spannende Duelle lieferten.

Mit einem weinenden- und einem lachenden Auge betrachtet Frankfurt's Sportschüler Chris Schneider (76 kg) seine Bronzemedaille, der er bei der Siegerehrung umgehangen bekam, denn es hätte auch Silber- oder gar Gold sein können. Gleich im ersten Duell musste der aus dem sächsischen Gelenau stammende Sportschüler gegen den Titelverteidiger Roland Schwarz (ASC Bindlach) antreten, gegen den er hauchdünn in 1:2 Runden unterlag. „Gewinnt er, dann ist er schon ganz weit vorn in der Rangliste“, so Trainer Heinz Thiel, der auch gute Chancen für seinen Schützling in diesem Duell gesehen hatte, um die endscheitenden Zähler auf das eigene Konto zu buchen. Nach dieser Niederlage aus Runde eins, lief Schneider zu Hochform auf, Mustafa Yassof (KV Riegelsberg) war beim 0:6 und 0:4 in zwei Runden chancenlos und auch Abdurahman Yeter, der ebenfalls vom KV Riegelsberg kam, stand beim 0:4 und 0:5 gegen Schneider auf verlorenem Posten. Damit stand der  Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) im Kampf um Bronze. Dort musste der Schützling von Trainer Heinz Thiel noch einmal alles in die Waagschale werfen, denn Kai Rösch vom TSV Ehningen/Stuttgart erwies sich als ernstzunehmender Kontrahent. Eine 2:0-Führung in Runde eins durch Schneider, glich der Schwabe im zweiten Durchgang aus, bevor Chris Schneider in Runde drei mit einem knappen 1:0 Bronze sicherte.

„Chris hat einen riesen Sprung gemacht, schade, hier hätte er auf dem Siegertreppchen weiter oben stehen können, dennoch war es eine hervorragende Turnierleistung“, lobte Lehrertrainer Heinz Thiel den Leistungssprung des trainingsfleißigen Sportschülers.

Ähnlich die Situation bei Karan Moosebach (69 kg), der vor zwei Jahren in der B-Jugend schon einmal den Deutschen Meistertitel gewinnen konnte. In seinem zweiten Jahr in dieser Altersklasse holte der aus Magdeburg stammende Ringer Bronze. Auch Moosebach unterlag gleich im ersten Duell seinem Kontrahenten Ilya Klasner (KV Stuttgart) in 1:2 Runden, wobei die Wertung des Stuttgarters in Runde drei unstritten war, denn Klasner stand bereits außerhalb der Kampffläche, als er den Wurf gegen Moosebach ansetzte. Der Kampfrichter auf der Matte sah es richtig, wurde jedoch von den beiden Punktrichtern überstimmt, die dem Stuttgarter die Punkte gaben. In der Folge sammelte Moosebach in souveräner Manier Sieg auf Sieg, nach Erfolgen über Johannes Niemesch (SV Weingarten), Vincent Heumann (SV Fellbach), Simon Günter (KSV Vöhrenbach) und seinen einstigen Trainingskameraden im Frankfurter Leistungszentrum David Lithau (TSG Hofgeismar), stand der Sportschüler aus Frankfurt(O.) im Kampf um Bronze. Dieses Duell gewann Moosebach in 2:1 Runden über Ruhulla Gürler (KV Riegelsberg).

Andrej Ginc (54 kg) trat erstmals in dieser Altersklasse an, im Vorjahr Deutscher Meister der B-Jugend, gelang ihm nun auch bei den A-Jugendlichen der sofortige Sprung auf das Siegertreppchen. 6 Kämpfe hatte Ginc zu absolvieren, 5 Mal verließ er die Matte als Sieger, nur gegen Witali Lazovski (KSV Ketsch) musste der Schützling von Heinz Thiel eine Niederlage hinnehmen. Am Ende wurde es Bronze – eine Platzierung, mit der alle gut leben konnten. „Er hat sein Leistungsvermögen voll ausgeschöpft und im Kreis der Ringer, die bis zu 2 Jahre älter sind, ordentlich mitgehalten“, war Lehrertrainer Thiel mehr als zufrieden.

Auch dessen Bruder Alexander Ginc hielt als ‚Neuling‘ in der A-Jugend gut mit, erzielte nach 4 Siegen und zwei Niederlagen einen guten 5. Rang. Paul Fischer (54 kg) hatte am Ende 4 Siege und zwei Niederlagen auf dem Konto, Trainer Heinz Thiel stellte auch diesem Athleten ein gutes Zeugnis aus, der unbedingt eine Medaille wollte, am Ende jedoch einen guten 5. Rang erreicht hatte.

Werner Liebner (100 kg), Felix Kästner (76 kg) und Rick Brauer (42 kg) rundeten das Ergebnis der Frankfurter Sportschüler im Saarland mit 6. Plätzen ab.

„Insgesamt bin ich zufrieden, einige meiner Ringer aus den älterem Jahrgang sind unter den Erwartungen geblieben, einzig Chris Schneider hat sein hier sein wahres Leistungsvermögen abgerufen, zugleich haben sich die jungen Ringer aus unserem Team hervorragend verkauft, hier erwarte ich vor allem für die Brüder Andrej und Alexander Ginc, aber auch bei Karan Moosebach und Felix Kästner in den kommenden Jahren noch Einiges“, so das positive Fazit von Lehrertrainer Heinz Thiel nach den Titelkämpfen.

Erfreuliche Kinde auch vom Meisterschaftsturnier in Köln-Mühlheim, wo die Kämpfer des 1. Luckenwalder SC starke Ergebnisse erzielten, die in der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt mit schönen Erfolgen aufwarten konnten. Schwergewichtler Marcel Böhme (100 kg) gewann den Deutschen Meistertitel, Thomas Passow (76 kg) holte Silber und Iliya Matuchin (85 kg) erkämpfte die Bronzemedaille.