Zwei Titel für Ringerdamen aus Frankfurt(O.)


Unterföhring – Zwei Deutsche Meistertitel erkämpften die Ringerdamen des RSV Hansa 90 Frankfurt/O. am vergangenen Wochenende im bayrischen Unterföhring. Annika Schmidt (44 kg) und Eileen Friedrich (51 kg) standen auf dem obersten Siegertreppchen, Francy Rädelt (72 kg) und Yvonne Englich (63 kg) gewannen in ihren stark besetzten Gewichtsklassen Bronzemedaillen.

Einen wahren Sturmlauf startete Eileen Friedrich bereits am Freitagabend, als die Ringerin von Trainer Michael Kothe ihre erste Kontrahentin Isabel Jaugsch (TSV Diedorf) gleich in der ersten Runde auf beide Schultern drückte.

Den ‚Entscheidungskampf‘ um den Titel in dieser Kategorie lieferte sich Eileen Friedrich mit Luisa Springmann (SV Triberg). Die Südbadenerin holte 2012 bei den Europameisterschaften der Kadettinnen in Katowice (POL) den 7. Rang, ein Jahr vorher war sie EM-Fünfte. Damit ist die 17-jährige Tribergerin kein unbeschriebenes Blatt und bot gegen die aus Frankfurt(O.)/Pilgram stammenden Eileen Friedrich einen packenden Kampf. Eileen Friedrich gewann in 2:0 Runden mit 2:1 und 1:1 – auf Grund der zuletzt vergebenen Wertung.

Im letzten Duell der im nordischen Kampfmodus ausgetragenen Meisterschaft (Jeder gegen Jeden) stand Eileen Friedrich der Potsdamerin Laura Hinsche gegenüber, die sie mit 5:0 und 4:0 in die Schranken wies und damit den Titelgewinn 2013 feiern konnte.

„Eine souveräne Leistung, die Eileen hier in Unterföhring geboten hat“, lobte Trainer Kothe seine trainingsfleißige Athletin, die schon in den vorangegangenen Wettkämpfen auf eine steigende Leistungskurve verwies.

Annika Schmidt (44 kg) stand schon nach dem Wiegen als neue Titelträgerin fest, denn im leichtesten Limit trat keine weitere Athletin an. „Da kann man natürlich der Sportlerin zu allerletzt einen Vorwurf machen, denn sie war ja am Start, andere sind zu Hause geblieben und haben sich den Titelkämpfen erst gar nicht gestellt“, nahm Trainer Michael Kothe seine Athletin in Schutz. Noch im Vorjahr lieferte sich die junge Frankfurterin ein heißes Gefecht mit Jane Schmieder vom AC Werdau. Doch in diesem Jahr rückte die Werdauerin, die im Leistungszentrum Jena trainiert und 2012 Fünfte der Junioren-EM wurde, eine Kategorie nach oben, wo sie allerdings über den fünften- und letzten Platz nicht hinaus kam.

Teuer verkauft hat sich Francy Rädelt im schwersten Limit bis 72 kg. Nach souveränem Start in die Meisterschaft mit einem 2:0-Rundensieg (5:0, 8:0) über Kathrin Hartlaub vom VfK Schifferstadt, stand sie der großen Titelfavoritin Maria Selmaier (KSC Motor Jena) gegenüber. Die WM-Achte des Vorjahres kam auf Grund der harten Gegenwehr völlig aus dem Konzept und startete einige unfaire Attacken gegen die Frankfurterin, die vom Kampfgericht auch geahndet wurden. Am Ende besann sich die Ringerin aus Thüringen auf ihr ringerisches Können und ließ einem knappen 1:0 aus Runde eins, ein klares 6:0 folgen. „Dennoch Respekt vor der Leistung der Frankfurterin in diesem Duell, diesmal hat sie ihre Kontrahentin geärgert und ich bin froh, dass die jungen Damen aus dem Jugend- und Juniorenbereich schon richtig Druck machen“, lobte der seit Januar 2013 amtierende Frauen-Bundestrainer Nicolae Githa die Frankfurterin.

Die ließ auch im Duell um Bronze gegen Lisa Hugh (KSK Neuss) nichts anbrennen und schulterte die Kontrahentin, die die deutschen Farben bei der letztjährigen EM- in Belgrad (SRB), sowie den beiden Olympia-Qualifikationsturnieren in Bulgarien und China vertrat.

Yvonne Englich (63 kg) ging als Favoritin in dieser Gewichtsklasse ins Rennen um den Titel 2013. Doch gleich im ersten Duell wurde die RSV-Ringerin von Nadine Weinauge (KSK Furtwangen) ausgekontert. Yvonne Englich unterlag ihrer Konkurrentin, die auch schon an EM und WM im Nachwuchsbereich teilnahm, in 0:2 Runden mit 0:3 und 0:6. Statt im Finale stand die EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2011 nun im kleinen Finale um Platz drei, wo sie gegen Carolin Groß (AV JC Zella-Mehlis) mit 1:0 und 5:3 Bronze erkämpfte.

Im gleichen Limit kämpfte auch die Cottbusserin Eveline Neumann, die am Leistungszentrum Frankfurt(O.) lernt und trainiert. Die junge Ringerin unterlag im Auftaktduell der Schifferstädterin Marina Görisch, die 2011 EM-Bronze bei den Kadettinnen geholt hatte, in Runde drei durch eine Unachtsamkeit auf Schulter und schied damit auf dem 7. Platz aus.

Die Berlinerin Franziska Berger landete zunächst einen Schultersieg über ihre Trainingsgefährtin Synthia Frütsch (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), hatte dann jedoch Pech und wurde von der Titelverteidigerin Kathrin Neumaier (VfK Mühlenbach) und von Angelina Schmidt (Greifswalder RV) auf beide Schultern gedrückt und kam über Rang 5 nicht hinaus. Synthia Frütsch beendete das Meisterschaftsturnier auf Rang 12.

„Die Deutschen Meisterschaften waren der erste, wichtige Schritt in dieser Saison, jetzt gehen wir die internationalen Titelkämpfe an, wobei nun auch Annika Schmidt eine EM-Chance bei den Junioren bekommen wird“, so der leise Jubel bei Frankfurt’s Frauentrainer Michael Kothe und dem verantwortlichen Sportartentrainer am Frankfurter Stützpunkt, Heinz Thiel, die den Blick sofort auf EM- und WM 2013 richten. In Unterföhring stand dann auch Michael Kothe noch einmal auf dem Siegerpodium, denn in der Länderwertung erkämpfte die kleine Delegation aus Brandenburg hinter Nordrhein-Westfalen Platz zwei.

Viel gejubelt wurde auch im Lager der Freistilspezialisten aus Luckenwalde. Nick Matuhin (120 kg) und Emanuel Krause (55 kg) gewannen Deutsche Meistertitel für den LSC, während Philipp Herzog (60 kg), Michele Schneider (66 kg), Martin Obst und Lennard Wickel (beide 74 kg) Bronzeränge erkämpften. Mit diesen Ergebnissen schob sich der Landesverband Brandenburg auch bei den Freistilringern hinter Hessen auf Rang zwei der Verbandswertung.