Erik Weiß verteidigt seinen Titel



Plauen – Den ‚roten Adler‘ haben die brandenburgischen Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) bei den Deutschen Meisterschaften im vogtländischen Plauen diesmal nicht hoch steigen lassen, das ‚Brandenburglied‘ erklang nicht, denn die Ringer als demLandesverband Bayern hatten diesmal in der Länderwertung die Nase vorn.Brandenburg kam auf Rang zwei über die Ziellinie, gefolgt von den Saarländern. Dafür stand schon bei der Vorstellung der Finalisten ein Titelgewinn für den RSV Hansa 90 fest, denn im Limit bis 60 kg standen sich wie schon vor zwei Jahren im württembergischen Herbrechtingen mit  Erik Weiß und Christoph Bast zwei RSV-Ringer gegenüber. Mit 5:1 und 1:0 setzte sich Titelverteidiger Erik Weiß in zwei Runden gegen seinen Vereinskameraden durch.  Auf den Weg ins Finale bezwang Weiß mit Brian Tewes  ebenfalls einen Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) und auch gegen den starken bayrischen Kontrahenten Andreas Meier gelang dem Frankfurter ein klarer 5:0 und 1:0-Erfolg.

Christoph Bast hatte sich mit Siegen gegen Dario Schmidhuber (TSV Meimsheim), Etienne Kinsinger (KV Riegelsberg) und Alexander Grebensikov (SAV Torgelow) bis ins Finale gekämpft. Im Halbfinale gelang Christoph Bast eine Revanche gegen Alexander Grebensikov, der ihn im Vorjahr im kleinen Finale um die Bronzemedaille brachte.

Den Medaillensatz dieser Gewichtskategorie komplettierte Alexander Grebensikov, der ebenfalls an der Oder lernt und trainiert. Der für den  SAV Torgelow kämpfende Juniorenmeister bezwang in seinem Auftaktduell den deutschen Vizemeister des Vorjahres Alexander Rung (RWG Mömbris-Königshofen), im kleinen Finale um Bronze setzte sich Grebensikov gegen die saarländische Ringerhoffnung Etienne Kinsinger durch. Brian Tewes unterlag im zweiten Duell um Bronze gegen Andreas Meier (SV Burghausen) und kam auf Rang fünf über die Ziellinie.

Florian Crusius (55 kg/AV JC Zella-Mehlis/Leistungszentrum Frankfurt/O.) startete im leichtesten Limit und war ganz dicht dran an einer Medaille. Dem Titelverteidiger Ceyhun Zaidov (KSC Hösbach) bot Crusius einen packenden Kampf, der nur knapp mit 0:2 und 0:1 an Zaidov ging. Doch dieses Duell kostete viel Kraft, die Crusius dann im Viertelfinale gegen Marvin Scherer (VfK Schifferstadt) fehlte. Zudem vergaben die Kampfrichter mit Inkrafttreten der Regeländerungen Passivitätsverwarnungen in rauen Mengen und auch Forian Crusius musste vor allem in der zweiten Runde dem harten Auftaktkampf gegen Zaidov Tribut zollen. "Am Ende fehlte dann gegen Marvin Scherer einfach die Kraft, um noch einmal richtig aktiv gegen zu halten", so der Ringer aus Waltershausen, der über den AV JC Zella-Mehlis an das Leistungszentrum Frankfurt(O.) kam und auch schon mehrere internationale Meisterschaften bestritt.

Dagegen schafften Damian Hartmann (74 kg) und Rene Zimmermann (96 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) den Sprung auf den Bronzerang.

Damian Hartmann warf in seinen Vorrundenbegegnungen Michael Prill (SV Hallbergmoos), Andre Ehrmann (TSV Musberg) und den Lokalmatador Maximilian Schwabe (KSV Pausa) aus dem Titelrennen, musste im  Halbfinale gegen Jan Rotter (SV Triberg) nach einem umkämpften Duell eine knappe 1:2-Rundenniederlage quittieren. Im Kampf um Platz drei setzte sich Hartmann, der in der 1. Bundesliga für den 1. Luckenwalder SC in Liga eins kämpft, gegen seinen Vereinskameraden Fabian Jänicke durch, gegen den er vor wenigen Wochen, bei den Mitteldeutschen Meisterschaften auf heimischen Matten in Frankfurt(O.) noch verloren hatte. Fabian Jänicke hatte zum Auftakt Matthias Mückisch (SV Weißwasser) bezwungen, musste dann jedoch ebenso wie Hartmann gegen Jan Rotter passen. Jänicke kämpfte sich über die Hoffnungsrunde mit zwei Siegen noch einmal ins kleine Finale um Bronze, wo er sich Damian Hartmann in 0:2 Runden mit jeweils 0:1 Punkten geschlagen geben musste.

Zwei Siege und eine Niederlage hatte am Ende Rene Zimmermann auf seinem Konto, Rang drei im Halbschwergewicht der Lohn. Zimmermann musste sich dem späteren Meister Andreas Fix (SV Triberg) geschlagen geben, in seinem Auftaktduell bezwang der Oderstädter Christopher Bolldorf (KV Riegelsberg) und im Kampf um Bronze siegte Zimmermann über David Hirsch vom SV Weingarten, just aus dem Verein, für den Zimmermann auch in der 1. Bundesliga auf die Matte tritt.

Mit einer Silbermedaille kehrte Ricardo Melz (120 kg/SV Luftfahrt Berlin) aus Plauen zurück, der Schwergewichtler unterlag Eduard Popp (VfL Neckargartach), sammelte im nordischen Turnier jedoch auch vier Siege ein. Der Bronzemedaillengewinner der Junioren-WM 2007 erlernte das Ringer-A-B-C in Frankfurt(O.), trainert jedoch seit einigen Jahren wieder in seinem Heimatverein RC Germania Potsdam. Im schwersten Limit hätte Nico Schmidt (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) wohl souverän seinen insgesamt 10. Deutschen Meistertitel geholt, doch der EM-Dritte von 2009 verzichtete auf einen Start und beendet seine leistungssportliche Laufbahn. Auch Mirko Englich (96 kg) hängte seine Ringerschuhe für Einzelmeisterschaften nach den Olympischen Spielen 2012 in London, für die er sich letztendlich nicht qualifizieren konnte, an den Nagel. „Zudem fehlten verletzungsbedingt Marc Wentzke (66 kg) und Niklas Ohff (55 kg), die sich ebenso gute Chancen auf einen Medaillenrang ausgerechnet hatten“, kosteten die Ausfälle laut Trainer Sebastian Möser am Ende den Sieg in der Länderwertung.

Aus der großen Riege der Juniorenringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) erntete vor allem Lukas Bast (66 kg) das Lob der Trainer, Bast gewann seine beiden Auftaktbegegnungen gegen Yasin Yeter (KV Riegelsberg) und Can Özgün (RV Haibach) durch großen kämpferischen Einsatz, unterlag dann jedoch gegen den späteren Vizemeister Toni Stade (RSV Greiz) und im Kampf um Bronze gegen Sven Dürrmeier vom SV Johannis Nürnberg. Platz 5 am Ende für den jungen RSV-Ringer.

Platz 5 auch für Nico Brunner (KSV Witten/Leistungszentrum Frankfurt/O.), der nach zwei Siegen auf Routinier Konstantin Schneider (KSV Köllerbach) traf und in 0:2 Runden unterlag. Den Kampf um Bronze verlor Brunner am Sonntagmorgen gegen Jan Bialek (ASV Hüttigweiler) in einem spannenden Duell nach 1:2 Runden nur hauchdünn.

„Mit den Leistungen der Juniorenringer sind wir zufrieden, hier wächst eine gute Riege heran“, lobte Trainer Felix Thätner vor allem den kämpferischen Einsatz der jungen Ringer, die vom 5.-7. April im bayrischen Bindlach ihre eigenen Titelkämpfe im Juniorenbereich austragen.