Danny Eichelbaum an der Spitze der BRB Ringer


Der Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum steht seit vergangener Woche an der Spitze der brandenburgischen Ringer. Unser Pressereferent Jörg Richter sprach mit ihm, wie er überhaupt zum Ringen kam und welche Ziele er sich mit den Mattenfüchsen stellt.

Jörg Richter: Danny Eichelbaum, sie wurden vergangene Woche zum neuen Präsidenten des Ringer- Verbandes Brandenburg gewählt- und das in einer alles andere als ruhigen Sportart, deren Verbleib als olympische Kernsportart zudem noch in den Sternen steht ?
Danny Eichelbaum: "Über die einstimmige Wahl zum Präsidenten des Ringerverbandes Brandenburg habe ich mich sehr gefreut. Die Empfehlung der Exekutiv-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees, die Sportart Ringen ab dem Jahr 2020 aus dem Programm der OIympischen Spiele zu streichen, hat mich entsetzt und war ein Grund für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Die Olympischen Spiele ohne die Sportart Ringen sind für mich nicht vorstellbar, Ringen gehört zum Erbgut von Olympia. Gemeinsam mit unseren Ringern, den Verbänden, den Vereinen, den Fans, der Politik und vielen anderen Unterstützern in Brandenburg möchte ich dafür kämpfen, dass eine der ältesten Sportarten der Welt olympisch bleibt. Der olympische Gedanke darf nicht vom Kommerz beherrscht werden".




Jörg Richter: Sie kommen aus Jüterbog, ein Ort der über keinen Ringerverein verfügt, wie sind sie zum Ringen gekommen ?
Danny Eichelbaum: "Jüterbog ist ja nur wenige Kilometer von der Ringerhochburg Luckenwalde entfernt. Viele meiner Freunde waren oder sind Ringer, ihre Begisterung für den Sport hat sich auf mich übertragen. Schon als Jugendlicher war ich ein Fan des Ringkampfsportes und habe als Zuschauer die Kämpfe in der 1. und 2. Bundesliga verfolgt. Außerdem bin ich Mitglied des 1. LSC".



Jörg Richter: Sie sind Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter, passt da ein Präsidentenamt eigentlich noch in den Tagesplan ?
Danny Eichelbaum: "Viele Minister und auch einige meiner Landtagskollegen engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich für den Sport. Ich werde mich mit aller Kraft für die Interessen des Ringkampfsportes und der Ringer in Brandenburg einsetzen. Das Präsidentenamt ist mir eine Herzensangelegenheit. Im übrigen kämpfen wir auch als Parlamentarier dafür, dass Ringen olympisch bleibt. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages, der Landtag Brandenburg und viele Kommunalparlamente haben bereits fraktions-und parteiübergreifend ihre Unterstützung zugesagt. Noch nie stand die Sportart Ringen so im Focus der Öffentlichkeit, das ist auch eine Chance unsere Sportart besser bekannt zu machen".




Jörg Richter: Sie hatten mit den Verantwortlichen verschiedener Vereine, sowie des Ringer- Verbandes Brandenburg bereits Kontakte, wie wurden sie im Kreis der Mattenkämpfer aufgenommen, wie war ihr erster Eindruck ?
Danny Eichelbaum: "Die Aufnahme in die Brandenburger " Ringergemeinde" war sehr herzlich. Drei Tage nach meiner Wahl war ich gleich bei den Landesmeisterschaften der D, E und weiblichen Jugend in Potsdam, nächste Woche nehme ich am Brandenburg Cup in Luckenwalde teil. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Mitgliedern des Präsidiums, den Vereinen, den Sportlern, den Trainern, den Kampfrichtern, den Betreuern , den Eltern und den Fans bedanken. Wo wäre der Ringkampfsport ohne ihr ehrenamtliche Engagement! Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, alle Vereine vor Ort zu besuchen, um mich auch bei ihnen persönlich vorzustellen und um zu hören, wo ihnen der Schuh drückt".
  

Jörg Richter: In Brandenburg gehören die Ringer zu den Hauptsportarten, kaum ein anderer Verband verfügt über so viele Kaderringer, die hier konzentriert sind. Was sehen sie als ihre Hauptaufgabe an, welche Ziele haben sie sich selbst gesteckt ?
Danny Eichelbaum: "Brandenburg ist nicht nur ein Land des Fußballs oder der Leichtathletik, in Brandenburg ist auch das Ringen zu Hause. Die Ringervereine in Brandenburg haben über 1000 Mitglieder, Tendenz steigend. Unsere Ringer aus dem Ringerverband Brandenburg sind in Deutschland national und international am erfolgreichsten. Der Ringerverband Brandenburg hat deutschlandweit einen guten Ruf. Das soll auch in Zukunft so bleiben, auf diese Erfolge möchte ich aufbauen. Wir wollen die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, mit dem Deutschen Ringerbund und den Landessportbund vertiefen. Es gilt sowohl den Breitensport, als auch den Leistungssport zu unterstützen und die Nachwuchsgewinnung zu verstärken. Der Erhalt der Leistungssützpunkte in Frankfurt ( Oder) und Luckenwalde ist und bleibt ein wichtiges Anliegen unseres Verbandes, um auch weiterhin auch Ringerinnen und Ringer aus Brandenburg in die internationale Spitze zu führen. Auch die nationalen und internationalen Medaillengewinner von morgen sollen aus Brandenburg kommen! Einen wichtigen Stellenwert in der Arbeit des Verbandes soll weiterhin der Kinder-und Jugendsport einnehmen. Wir wollen die Kooperationen mit den Schulen ausbauen und unsere Projekte für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund , wie z.B. "Luckis Muckis" in Luckenwalde oder "Fairringen" in Potsdam weiterführen. Unser Motto heißt: " Kämpfen-Siegen-Brücken bauen!"
  



Danny Eichelbaum: "Mit einem Jüterboger Unternehmen sammelten wir im März in Luckenwalde mit der Aktion:" Eine Erbsensuppe für einen guten Zweck" weitere Unterschriften für die Aktion des DRB " Ringen soll olympisch bleiben." Unsere Initiative fand breite Unterstützung. Die Bürgerinnen und Bürger in Teltow-Fläming und vor allem in der Region Jüterbog/Luckenwalde stehen hinter ihren Ringern. Das ist ein wichtiges Signal. Ich würde mich freuen, wenn es gerade im Mai, der vom Ringerweltverband FILA zum " Welt-Ringer-Monat" erklärt wurde, weitere Unterstützungsaktionen in Brandenburg geben würde".
  

Jörg Richter: Ende Mai könnte eine Vorentscheidung zum Verbleib des Ringkampfsportes im olympischen Programm fallen, im September stimmen die IOC-Mitglieder auf ihrer Vollversammlung darüber endgültig ab, Ende September kämpfen sicherlich auch Leistungsträger aus Luckenwalde und Frankfurt(O.) bei den Weltmeisterschaften in Budapest um Lorbeer, da kommen gleich große, internationale Höhepunkte des Ringkampfsportes auf den brandendenburgischen Ringkampf zu, haben sie schon einen Überblick, wie der Verband sportlich aufgestellt ist ?
Danny Eichelbaum: "Einer der Tagungspunkte unserer Jahreshauptversammlung waren die Berichte der Stützpunkttrainer aus Luckenwalde und Frankfurt(O.). Hieraus ging hervor, dass wir viele junge Nachwuchsringer haben, die in die nationale Spitze drängen und darüber hinaus auch Spitzenathleten, die einen Fuß in der Türe zur Weltspitze haben. Darauf sollten wir aufbauen und mit den guten Bedingungen in beiden Leistungszentren dieses hohe Niveau weiter ausbauen. Mit Nick Matuhin, Erik Weiß, aber auch Eileen Friedrich haben wir aktuelle Auswahlringer, die Deutschland und den RVB kürzlich bei den Europameisterschaften in Tiblissi (GEO) gut vertreten haben. Nick Matuhin und Eileen Friedrich standen im kleinen Finale um Bronze - und wurden am Ende Fünfte, Erik Weiß schied unglücklich aus".
 

Jörg Richter: Was macht den Reiz des Ringkampfsportes aus ihrer persönlichen Sicht aus, warum sollten Eltern ihre Sprösslinge zum Ringen geben ?
Danny Eichelbaum: "Ringen ist eine Sportart mit langer Tradition. In der Antike war Ringen die Königsdisziplin Olympiasieger wurde damals nur derjenige, der auch im Ringkampf siegte. Ringen erfordert neben Kraft, auch Intelligenz, Technik, Schnelligkeit und Kondidtion. Ein guter Ringer ist deshalb, schlau, wie ein Fuchs und stark, wie ein Bär. Als Mannschaftssportart ist Ringen geeignet, soziale Kompetenzen zu erwerben und weiter zu geben".


Das Gespräch führte Jörg Richter.