27.11.10 - SV Luftfahrt Berlin vs. KG Frankfurt (O)

KG-Ringer im sicheren Mittelfeld

Berlin – Mit einem 16:22-Sieg beim SV Luftfahrt Berlin haben sich die Erstligaringer der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt einen Kampftag vor dem Ende der Hauptrunde entgültig aus der Abstiegszone katapultiert und die Hauptstädter, zumannen mit dem AV Germania 06 Markneukirchen allein am Tabellenende zurück gelassen.

Erlösung, Erleichterung, Aufatmen – alles in Einem, „... das wichtigste ist, dass wir aus dem Strudel raus sind“, so KG-Trainer Sebastian Möser, der mit seinem Team nun am letzten Kampftag in der Inselhalle Eisenhüttenstadt, gegen den ASV Hof befreit aufringen kann. In Berlin wurde der Jüngste und Leichteste zum Helden, Jugendringer Tony Ploke verbuchte ausgerechnet in diesem wichtigen Kampf seinen allerersten Sieg auf der Erstligamatte, der Sportschüler ließ beim 2:0, 2:0, 1:1 gegen Henning Wahl nichts anbrennen und holte gleich im ersten Duell des Abends drei außerordentlich wichtige Zähler auf das Mannschaftskonto der Kampfgemeinschaft. „Die Jungs müssen hineinschnuppern, müssen sich bewähren, eben eine Chance bekommen, dann wachsen sie auch zu Leistungsträgern“, ist aus Sicht von Sebastian Möser noch kein Meister vom Himmel gefallen, doch die Strategie der KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt, jungen und hungrigen Sportlern Kampferfahrung zu bieten, hat sich auch im Fall 'Ploke' als richtig erwiesen. „Das der Junge auf einem guten Weg ist, hat er auch schon in den vorangegangenen Begegnungen bewiesen“, so Möser weiter, der hofft, das beim Zehntklässer aus der Sportschule Frankfurt(O.) nach diesem Erfolg der Knoten geplatzt ist.

Robert Glor (120 kg/f) kämpfte zunächst gut gegen Lukasz Dublinowski mit, gewann die erste Runde, doch dann setzte sich der clevere Berliner in den Folgerunden durch und riss die Schwergewichtsbegegnung noch mit 3:1 aus dem Feuer. Dennis Langner lief auch in Berlin seiner Form aus dem Vorjahr hinterher, gegen den Polen Robert Rogalewicz unterlag der Rostocker in Diensten der KG mit 2:3. Frederik Schön (96 kg/k) machte es kurz- aber dafür schmerzhaft. In der Bodenrunde der ersten Runde packte der Schwede zu und warf Mirko Redmann mittels Ausheber hoch durch die Luft zum Schultersieg. „Es ist schon beruhigend, wenn man so eine Rakete im Team hat, der sichere Punkte holt“, zählte Trainer Sebastian Möser nach diesem Kampf 4 Mannschaftszähler mehr auf dem Konto seines Teams. Lange hat Marc Wentzke (66 kg/k) auf einen weiteren Sieg in der 1. Bundesliga warten müssen, gegen Berlin bezwang der Heimkehrer, der zum Saisonstart vom Kontrahenten SV Luftfahrt nach Frankfurt(O.) zurück kehrte, seinen Gegner Bakar Achmerzaev in 3:0 Runden (5:3, 1:0, 1:0) zum 13:6-Pausenstand.

Doch seit dem Duell in Thalheim gibt Trainer Sebastian Möser nichts mehr auf klare Führungen, denn dort wurde noch verloren. Konzentriert bis in die Haarspitzen schickte der KG-Trainer seinen argentinischen Gastringer Yuri Maier (84 kg/f) auf die Matte, der nicht lange fackelte und noch in Runde eins Patryk Dublinowski nach mehreren Kopfrollen auf beide Schultern zwang. Nun lösten sich auch in der KG-Trainerecke die letzten 'Verspannungen', obwohl Rafal Statkiewicz (66 kg/f) gegen Pawel Albinowski in 1:3 Runden unterlag und auch Fabian Jänicke (84 kg/k) in letzter Sekunde Rasul Hagjimagomedov mit 0:3 unterlag. Erst in der letzten Runde wurde dem für den SV Luftfahrt startenden Hagjimagomedov eine Wertung durch eine Verwarnung an Jänicke zugesprochen, was Berlin drei Mannschaftspunkte brachte-, sonst hätte es nur einen Zähler auf das Konto der Hauptstädter gegeben. Doch Sebastian Möser hatte mit Marcus Thätner (74 kg/k) noch ein Ass im Ärmel. Und das Ass stach auch, Thätner fuhr einen Überlegenheitssieg gegen den keineswegs schlechten Dogukan Karakus ein und stellte den Gesamtsieg seiner KG sicher. Im letzten Duell des Abends unterlag Levon Asatrjan (74 kg/f) dem EM-Dritten von 2010, Adam Sobieraj, doch das ging im KG-Jubel unter.

„Wir hätten eigentlich schon lange vor diesem Duell hier in Berlin im sicheren Hafen sein müssen, doch nun haben wir es geschafft“, so Sebastian Möser mit viel Lob für Tony Ploke, Frederik Schön und Yuri Maier, aber auch schon mit Blick auf das letzte Duell gegen Hof, dass am vergangenen Samstag den 1. Luckenwalder SC sensationell mit 21:19 'geputzt' hat.

Jörg Richter