Rückzug der KG Frankfurt(O)/ Eisenhüttenstadt aus der 1. Bundesliga

Anmerkungen zum Rückzug:
Wir sind natürlich bemüht, umfangreich, transparent und zeitnah über die aktuelle Situation zu berichten. Dies war keine einfache Entscheidung. Entsprechend ist die Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld. Es ist sicherlich nicht leicht, einfach wieder zum Tagesgeschäft überzugehen. Wir werden über die nächsten Schritte und den Ausblick auf die kommende Saison entsprechend informieren, doch im Augenblick liegt die gesamte Konzentration auf die bevorstehenden Deutschen Meisterschaften und die EM in Dortmund. SN

Interview mit Günter Kreckl, Präsident des RSV Hansa 90 Frankfurt(O)

Wie kam es zu dem Entschluss, die Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurückzuziehen ?
Günter Kreckl: "Das Präsidium des RSV Hansa hat am 07.02.2011 auf meinen Vorschlag hin beschlossen, die KG Frankfurt (O)/Eisenhüttenstadt aufgrund der sportlichen Neuausrichtung, aus der 1. Bundesliga zurückzuziehen".

Wie reagierte der DRB auf den Rückzug ?
Günter Kreckl: "In einem Gespräch mit DRB-Präsident Manfred Werner erläuterte ich die Hintergründe. Manfred Werner äußerte in dem sachlich geführten Gespräch sein Bedauern, zeigte aber auch Verständnis für die Gründe".
Sie sehen den Mannschaftsrückzug aus der 1. Bundesliga als Chance für den Ringkampfsport in der Region ?
Günter Kreckl: "Der Bundesstützpunkt in Frankfurt (O) wird durch diese Entscheidung gestärkt, die Aufgaben, Nachwuchsausbildung und -Förderung nationaler und internationaler Spitzenleistungen werden durch unser neues Konzept erfolgreich erfüllt. Diese Strategie kommt auch den Anforderungen des Spitzenverbandes zu gute".

Die KG Frankfurt(O)/Eisenhüttenstadt wich vergangene Saison vom Konzept ab, nur mit eigenen Athleten, bzw. Ringern aus der Region zu kämpfen, sonst wäre es wohl zu einem sportlichen Abstieg gekommen ?
Günter Kreckl: "Die Neuausrichtung hat vor allem sportliche und nur untergeordnete finanzielle Gründe. Fest zu halten bleibt, unsere Sponsoren haben uns jahrelang engagiert unterstützt und werden dies, nach ersten Aussagen, auch weiterhin tun. Verantwortliches finanzielles Handeln kann von Geldgebern verlangt werden und war immer Maxime des Vereinspräsidiums. Sportlich haben wir gezeigt, dass wir in der höchsten Kampfklasse mithalten können. Um in der Spitze der 1. Liga bestehen zu können bedarf es jedoch meist überteuerter, ausländischer Spitzenringer. Das passt nicht in unser Konzept, unsere eigenen Ringer international nach vorne zu bringen".

Wie soll es nun weiter gehen ?
Günter Kreckl: "Unser Konzept sieht vor, am Standort Luckenwalde eine „Brandenburger Erstliga-Mannschaft“ aufzubauen. Unterstützt werden wir hierbei durch das zuständige Ministerium und den Olympiastützpunkt Brandenburg. Vom Frankfurter Stützpunkt ringen bereits Mirko Englich, Damian Hartman und ab der neuen Saison Christoph Bast in dieser Mannschaft. Über den verantwortlichen Stützpunkttrainer, Heiko Röll, ist eine enge Abstimmung mit dem Trainings- und Wettkampfplan unseres Cheftrainers, Jonny Levermann, möglich".

Gibt es dann in Frankfurt selbst kein Mannschaftsringen mehr zu sehen ?
Günter Kreckl: "Unsere Mannschaft wird voraussichtlich in die neu- gebildete Regionalliga Mitteldeutschland zurück gestuft Die Regionalligamannschaft wird durch die Publikums- Lieblinge Markus Thätner, Florian Crusius und Fabian Jänicke verstärkt, Talente wie Tony Ploke und Christian John können sich hier beweisen und entwickeln. Die Spitzenringer werden dagegen verstärkt an internationalen Wettkämpfen und Trainingslagern teilnehmen".

Das Gespräch führte Jörg Richter