Bundesligatagung in Darmstadt

Darmstadt – Am vergangenen Samstag trafen sich die Vertreter der Ringer- Bundesligamannschaften in Darmstadt-Arheilgen zu ihrer jährlichen Bundesligatagung.
Dabei gab es eine ganze Reihe von Neuerungen für die neue Saison, die ab August 2014 gestartet wird.

Die letzten Anfeuerungsrufe sind kaum verklungen, über 6000 Fans sorgten noch vor wenigen Tagen in der Eishockeyarena von Schwenningen für eine einzigartige Ringkampfatmosphäre und feierten in einem- an Spannung kaum zu überbietenden Final-Rückkampf den neuen Titelträger ASV Nendingen, der sich nach 32:32-Punktgleichstand aus Hin und Rückkampf gegen den SV Germania Weingarten mit 11:9 Einzelsiegen durchgesetzt hatte.

 

„Eine Endrunde der Superlative“, so Karl Rothmer, der die Bundesligaangelegenheiten nun in die Hände von Ralf Diener (Saarbrücken) legt, der seit November 2013 als neuer DRB-Vizepräsident für Bundesligaangelegenheiten fungiert. Letztmalig zog damit Rothmer eine Bundesligabilanz, die sich sehen lassen konnte. „Das waren spannende Duelle mit großer Ringkampfkulisse, die Vereine haben hier eine großartige Arbeit geleistet“, so das Lob Rothmers, der in den letzten Monaten trotzdem eine ganze Reihe von Mannschaftsrückzügen verzeichnen musste. Die Tabellenletzten der beiden Erstligastaffeln FC Erzgebirge Aue und SV Wacker Burghausen nahmen ihr Abstiegsrecht war, der TKSV Bonn-Duisdorf zog seine Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurück. Somit werden die Nord- und Südstaffel in der kommenden Saison mit jeweils 7 Mannschaften antreten. „Dafür ist den Play-Offs noch eine Zwischenrunde der dritt- bis siebtplatzierten Teams vorgeschaltet“, kommen laut Rothmer die Erstligateams dennoch auf genügend Kämpfe.

 

Insgesamt sank die Anzahl der Erst und Zweitligateams auf nunmehr 39, nachdem auch der TSV Burgebrach, SC Isaria Unterföhring, der KSV Seehausen und zuletzt der KSC Motor Jena die Segel in der 2. Bundesliga strichen und in den jeweiligen Verbandsligen einen Neubeginn versuchen. „Wir hatten eine Umstrukturierung der 2. Bundesliga geplant, um die Schräglage in den einzelnen Staffeln auszugleichen, die jedoch verworfen wurde, als sich mit dem KSC Motor Jena ein weiteres Team aus der Nordstaffel zurück zog“, erklärte Rothmer und erntete ein hörbaren Aufatmen bei den Zweitbundesligisten aus Markneukirchen, Pausa/Plauen und Freiburg, die nun in ihren jeweiligen Staffeln verbleiben.

 

Geehrt wurden die drei Staffelsieger RSV Rotation Greiz (Nordstaffel), KSV Witten (Weststaffel) und TSV Westendorf (Südstaffel), die ihr Aufstiegsrecht allerdings nicht war nahmen. Auch den langjährigen Mitarbeitern des statistischen Dienstes Erhard Schmelzer (Greiz) und Wolfgang Stampp (Mainz) wurde vor allen Abgesandten der Bundesligavereine der Dank ausgesprochen.

Der DRB-Kampfrichterreferent Antonio Silvestri ging auf die zahlreichen Änderungen in Reglement und Gewichtsklassen ein, die vom Weltverband FILA vorgenommen wurden und die sich auch auf die Bundesligabegegnungen auswirken. „Ringen ist attraktiver geworden, es gibt wieder viele Techniken und damit spannendere Duelle“, verwies Silvestri, der zugleich als Instruktor innerhalb des Weltverbandes FILA tätig ist, auf die gestiegene Attraktivität der Kämpfe, die auch wieder mehr Zuschauer in ihren Bann zog. Silvestri dankte darüber hinaus dem technischen Mitarbeitern Klaus Armbruster, Carsten Schäfer, Hardy Stüber, Stach und Ralf Diener, die es innerhalb kürzester Zeit schafften, die PC-gesteuerte Wettkampfbetreuung an das neue Regelwerk und geänderte Punktvergabe anzugleichen.

 

Auch DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis nahm die Gelegenheit wahr, die Bundesligavereine für eine engere Zusammenarbeit einzuschwören, stammt er doch aus der letzten Generation, die noch in Größenordnungen um Weltmeistertitel und Olympiasiege stritten. „Bei WM unter die besten Acht zu kommen ist unser Ziel, damit sind wir von den einstigen Zielstellungen etwas abgerückt“, will Zamanduridis mit den jungen Athleten bei internationalen Meisterschaften an die zuletzt erkämpften Erfolge anknüpfen und möglichst auf das Siegerpodium zurück. „Dazu brauchen wir auch die Bundesliga, wo unsere Athleten die Möglichkeit bekommen, sich mit internationalen Spitzenringern zu vergleichen“, lehnte Zamanduridis jedoch auch einen Vorstoß ab, die Ausländerquote in der 1. Bundesliga wieder etwas zu erhöhen.

 

Geteilte Meinungen gab es beim Antrag des TuS Adelhausen, die Anzahl der deutschen Ringer, die jedes Erstligateam aufbieten muss wieder auf vier Starter zu verringern. Während die Abstimmung bei den Erstbundesligisten ein ausgeglichenes Votum ergab, stimmten viele Zweitbundesligisten für die derzeitige Regelung. Der Antrag des SV Johannis Nürnberg auf einer Kampffläche von mindestens 11 x 11 Metern zu kämpfen, wurde mit 15:9 Stimmen abgelehnt, da viele Vereine nur kleine Arenen zur Verfügung haben. Keine Abstimmung ergab der zweite Teil des Nürnberger Antrags auf veränderten Einmarsch- und Vorstellung der Teams. „Das ist jedem Veranstalter selbst überlassen, wie er die Vorstellung der Mannschaften durchführt, Hauptsache der Kampf selbst wird entsprechend der zeitlichen Vorgaben der DRB-Wettkampfordnung angepfiffen“, hatte sich laut Karl Rothmer eine Abstimmung darüber erübrigt.

 

„Es war konstruktiv und sachlich“, so DRB-Präsident Manfred Werner und Vizepräsident Sport Günter Maienschein einhellig über den schnellen Ablauf der Tagung, während Karl Rothmer nun ruhigeren tagen entgegen blickt, seinen Nachfolger Ralf Diener jedoch weiterhin unter die Arme greifen möchte.

 

1. Bundesliga-Nord (nach Losnummern geordnet):
TV Aachen-Walheim
RWG Mömbris-Königshofen
1. Luckenwalder SC
ASV Mainz
AC Lichtenfels
KAV Mansfelder 
KSV Köllerbach

 

1. Bundesliga-Süd (nach Losnummern geordnet):
SV Weingarten
KSV Schriesheim
VfK Schifferstadt
TuS Adelhausen
SV Triberg
ASV Nendingen
KSV Aalen 05

 


2. Bundesliga Nord:
AC Werdau
FCE Aue
KFC Leipzig
WKG Pausa/Plauen
RSK Gelenau
RSV Rotation Greiz
RV Lübtheen
RV Thalheim
AVG Markneukirchen

 

2. Bundesliga-Süd:
AC Heusweiler
ASV Hüttigweiler
KSV Witten
KSV Ispringen
KSC Hösbach
KV Riegelsberg
KSV Hohenlimburg
RC Merken

 


2. Bundesliga-West:
ASC Bindlach
ASV Urloffen
TSV Westendorf
WKG Weitenau-Wieslet
RKG Freiburg 2000
SC Anger
SV Joh. Nürnberg
SV Wacker Burghausen

 

 

Die 1. Bundesliga startet nach den Weltmeisterschaften (8.-14.9.2014 in Taschkent/UZB), am 20.9., die 2. Bundesligen gehen ab 6.9,.2014 in die neue Meisterschaftsrunde.