Zwei weitere Titel für Ringer-Leistungszentrum Frankfurt(O.)


Ladenburg - „Es war ein Augenschmaus wie Karan Moosebach sich bewegt hat, wie konsequent er zugepackt- und seine Kontrahenten und aus allen Lagen geworfen hat“, jubelte Lehrertrainer Heinz Thiel,

der seine 16/17-jährigen Jungs im Kadettenbereich lange formte und nun mit ihnen gemeinsam auch den Lohn dafür kassieren wollte. Karan Moosebach siegte unangefochten und wurde am Sonntag im nordbadischen Ladenburg verdient Deutscher Meister der A-Jugend.

 

Nicht viel schlechter präsentierte sich Felix Kästner (85 kg), der sich am Freitagabend gegen seinen Trainingskameraden Franz Richter durchsetzte. „Es war ein vorgezogenes Finale“, so selbst Nachwuchs-Bundestrainer Maik Bullmann, der beide schon beim heimischen Training im Stützpunkt Frankfurt(O.) beobachtete.

Der 2-Meter-Mann Kästner zog durch, bezwang die Konkurrenz mühelos und sicherte sich selbst im Finale mittels Schultersieg den Titel. Richter kämpfte sich noch bis ins kleine Finale um Bronze, doch dort wurde ein Fehler hart bestraft, Platz vier für den 10.-Klässer, der mitten in den Vorprüfungen steckt, aber noch ein Jahr in der Altersklasse der A-Jugend vor sich hat. Für Heiterkeit sorgte Lehrertrainer Heinz Thiel, der auf den Trainerstuhl steigen musste, als er seinen 2 Meter großen Hünen Felix Kästner auf Grund von Nasenbluten behandeln musste.

 

Doch Wehrmutstropfen gab es für die Oderstädter auch in Ladenburg, denn einige Kampfrichter hatten mit dem neuen Regelwerk ihre Probleme, vor allem bei Passivitätsverwarnungen kein rechtes Fingerspitzengefühl. Nicht nachvollziehbare Punktvergaben ließen Heinz Thiel die Zornesröte ins Gesicht steigen. „Du arbeitest hart mit deinen Jungs auf diesen Höhepunkt hin und dann werden die Jugendlichen schlichtweg besch...“, so Thiel aufgebracht, als mit Alexander Ginc (50 kg) ein Titelaspirant verprellt wurde und Paul Fischer ganz aus den Medaillenrängen flog. Ginc, vor drei Wochen noch Deutscher Meister bei den älteren Junioren blieben im entscheidenden Duell gleich zwei Wertungen versagt, er unterlag nur knapp nach Punkten. Trotz souveräner Turnierleistung war damit nur noch der Bronzeplatz möglich. Paul Fischer (58 kg) ging nach zwei ebenso knappen Niederlagen mit Wut im Bauch in den Kampf um Platz fünf und siegte souverän. In der Vorrunde hatte Fischer drei klare Siege erzielt.

Im Schwergewicht erreichte Tobias Hosenfelder (100 kg) das kleine Finale um Bronze, dass er behindert von einem tiefen Cut am Kinn, verlor. Hosenfelder damit wie Richter auf Platz vier.

Dennis Guillon (63 kg) rundete die Bilanz des Leistungszentrums Frankfurt(O.) in Ladenburg mit einem 6. Platz ab, wobei der junge Magdeburger noch viel Potential nach oben offenbarte.

 

Die Ringer in Frankfurt(O.) damit weiter auf Erfolgskurs, nach zwei Titeln bei den Junioren, einem neuen Titelträger bei den B-Jugendlichen und gleich vier Deutschen Meisterinnen in der weiblichen Jugend, nun auch zwei souveräne Deutsche Meister in der A-Jugend. Dabei vergisst man oftmals den Deutschen Meistertitel von Ilja Litvinov (120 kg), der bei den Junioren im Freistil gewann. Der junge Ringer kämpfte im vergangenen Jahr für die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt, der aus Magdeburg stammende- und in Luckenwalde trainierende Litvinov genießt damit noch das Startrecht für den RSV Hansa 90.

 

Einziger Wehrmutstropfen bei der Erfolgsbilanz der Frankfurter Ringer; kaum einer der Titelträger kommt aus Brandenburg. „Unsere Trainingszentren in Luckenwalde (Freistil) und Frankfurt(O./klassischer Stil) haben einen guten Namen, die Ringer kommen aus fast allen Bundesländern zu uns und werden, wenn sie auf internationalen Matten kämpfen, auch für den Stützpunkt und den OSP Brandenburg gewertet, dennoch müssen wir die Talentgewinnung und Ausbildung der eigenen Ringer forcieren“, erklärte der Präsident des Ringer- Verbandes Brandenburg die Sichtung junger Talente zur Chefsache, so dass Brandenburg auch bald wieder über Erfolge eigener Ringer wie Marcus Thätner, oder Nico Schmidt, die ihre erfolgreiche, internationale Laufbahn jüngst beendeten, jubeln kann.

 

Am kommenden Wochenende sind es die Männer, die bei den Mitteldeutschen Meisterschaften eine letzte Standortbestimmung vor den Deutschen Titelkämpfen vornehmen, während es für die Junioren beim heimischen Brandenburg-Cup in Frankfurt(O.) gegen hochkarätige, internationale Konkurrenz schon um die Nominierung für das DRB-Team zu den Europameisterschaften geht.