Deutsche Meisterschaften der Männer und Frauen in Freiburg


Glänzende Ausbeute der Frankfurter Ringerdamen bei Titelkämpfen in Freiburg. Insgesamt 6 Medaillen gewannen die Ringerinnen aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen,die am Wochenende in Freiburg ausgetragen wurden.In der Vereinswertung erreichten die Damen des RSV Hansa 90 Frankfurt/O. hinter dem KSV Unterelchingen den 2. Platz.

Luzie Manzke (63 kg) stand am Ende als Deutsche Meisterin 2016 auf dem obersten Treppchen, Francy Rädelt (75 kg) schlitterte knapp an Gold vorbei und hielt am Ende Silber in den Händen, genauso wie noch sehr junge Debora Lawnitzak (58 kg) die sich tapfer ins Finale kämpfte und dort gegen die Titelverteidigerin Laura Mertens (AC Ückerath) unterlag. Bronzemedaillen gingen an Franziska Berger (69 kg), Steffi Blohm (75 kg) und dem Neuzugang Eyleen Sewina (63 kg), die erst Anfang Mai aus Jena an den Stützpunkt nach Frankfurt/O. wechselte. 

Souverän war der Auftritt von Luzie Manzke in Freiburg, die sich mit vorzeitigen Siegen über Anja Telkemeier (AV Alzenau) und Andrea Grasruck (ASV Neumarkt) ins Finale kämpfte, ohne einen einzigen Wertungspunkt abzugeben. Dort warteten die etwa 500 Zuschauer schon gespannt auf das Duell der Frankfurterin gegen Viviene Herda vom KSV Witten. Doch dieser Kampf fand nicht statt, da sich Viviene Herda beim Duell zuvor, gegen Eveline Neumann (RC Cottbus) eine Schulterverletzung zuzog.  In Absprache mit dem DRB-Arzt nahm Bundestrainer Reiner Kamm die Ringerin aus dem Turnier, die Ende Juni bei den Europameisterschaften der Junioren die deutschen Farben vertreten soll. Damit gewann Luzie Manzke das Finale kampflos. In der gleichen Gewichtsklasse kämpften mit Eyleen Sewina (RSV Rotation Greiz) und Eveline Neumann (RC Cottbus) zwei weitere Damen aus dem Frankfurter Leistungszentrum die sich letztendlich im Kampf um Bronze gegenüber standen. Der Neuzugang aus Thüringen griff pausenlos an, wobei man Eveline Neumann die lange Verletzungspause mehr und mehr anmerkte. Eyleen Sewina gewann am Ende Bronze, die Ringerin vom RC Cottbus wurde Fünfte.

Viel vorgenommen hatte sich auch Francy Rädelt, die ihre beiden Vorrundenduelle gewann, aber dann im Finale auf die Vize-Europameisterin der U-23 Anna Schell (RLZ Aschaffenburg) traf. Lange Zeit hielt die Frankfurterin gut mit, hatte selbst Chancen sich einen sicheren Punktevorsprung zu verschaffen. Kurz vor Ende der sechsminütigen Kampfzeit ging Anna Schell in Führung, damit stand Francy Rädelt unter Zugzwang. Die Aschaffenburgerin konterte geschickt und kam kurz vor dem Schlussgong gar noch zum Schultersieg.
Steffi Blohm (Demminer RV), die ebenso in der Leistungsgruppe um Trainer Michael Kothe trainiert, erreichte den 3. Platz im schwersten Limit. 

Debora Lawnitzak (58 kg), die schon vor zwei Wochen mit einer Silbermedaille beim Grand Prix der Frauen in Dormagen glänzte, startete auch in Freiburg mit zwei Siegen ins Meisterschaftsturnier der Frauen. Gegen Evelyn Mittermair (KSV Unterelchingen) und ihre Trainingskameradin Laura Hinsche vom RC Germania Potsdam gelangen der Hauptstädterin, die an der Eliteschule des Sportes in Frankfurt(O.) lernt und trainiert, zwei Auftakterfolge mit denen sie sich bereits ins Finale katapultierte, wo sie gegen die international erfahrene Laura Mertens noch Lehrgeld zahlte. Silber am Ende für Debora Lawnitzak, die sich damit bei den Frauen eine Hausnummer verschaffte.

Franziska Berger trat im höheren Limit bis 69 kg an, wo sie zwei Siege erkämpfte, aber auch zwei Niederlagen quittieren musste, eine davon gegen die Weltmeisterin von 2014 Aline Focken (KSV Krefeld). 
Zwei vierte Ränge durch Desieree Schäfer (53 kg) und Laura Hinsche (58 kg), der 5. Platz, den Eveline Neumann aus Cottbus erkämpfte, sowie Platz 6 durch Jessica Wolf (53 kg) rundeten die Bilanz der Ringerinnen aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) ab.

„Unser Blick liegt bereits auf den Junioren-Europameisterschaften Ende Juni in Bukarest (ROU), da waren die Deutschen Meisterschaften der Frauen eher eine letzte Hürde bei den Vorbereitungen“, freute sich Landestrainer Michael Kothe über die Erfolge seiner Damen im Breisach.

In Freiburg waren die Blicke der etwa 500 Zuschauer vor allem auf Aline Focken (69 kg) gerichtet. Die Ringerin vom KSV Krefeld hatte sich 2014 in Taschkent (UZB) den Weltmeistertitel erkämpft, ein Jahr später gewann Aline Focken in Las Vegas (USA) die Bronzemedaille und sicherte sich damit frühzeitig ihre Fahrkarte zu den Olympischen Spielen nach Rio. 
In Deutschland ist Aline Focken unumstrittene Nummer eins und das zeigte die Ringerin auch bei den Titelkämpfen in Freiburg, wo sie ihren Titel souverän verteidigte. Gegen Beate König (TSV Ehningen), Melina Baudendiestel (SV Weingarten), Kim Riesterer (SV Freiburg-Haslach) und Franziska Berger (SV Luftfahrt Berlin) feierte Aline Focken vorzeitige Siege und wurde Deutsche Meisterin,  ohne einen einzigen Wertungspunkt abzugeben. 

„Da die drei weiteren, deutschen Olympiateilnehmerinnen für Rio 2016, Nina Hemmer (´53 kg/AC Ückerath), Luisa Niemesch (59 kg/SV Weingarten) und Maria Selmaier (75 kg/KSC Motor Jena) erst vor wenigen Wochen bei den Olympia-Qualifikationsturnieren ihre Tickets nach Rio lösten“, haben wir ihnen vor der unmittelbaren Olympiavorbereitung noch einmal eine kleine Auszeit gegeben“, entschuldigte Frauen-Bundestrainer Patrick Loes das Fehlen der Olympioniken.

„Das Feld der Teilnehmerinnen ordnet sich für den kommenden Olympiazyklus gerade neu, es war sozusagen eine 'erweiterte Juniorenmeisterschaft' mit vielen Talenten, die es bis 2020 zu entwickeln gilt“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, der sich trotz geringer Teilnehmerzahl zufrieden zeigte.