Integration durch Sport - Frankfurter Ringer gehen voran


Frankfurt(O.) - Sportliche Betätigung kann Vieles bewirken; die Gesundheit stärken, zum Fair-Play erziehen, aber auch Teamgeist fördern. Darüber hinaus kann sportliches Miteinander auch Flüchtlinge integrieren.Der Ringer- Verband Brandenburg und die Sportjugend Brandenburg bündeln dabei die Kräfte. "In vielen osteuropäischen- und asiatischen Ländern ist Ringkampf Nationalsport, daher haben unsere Vereine großen Zulauf", beschreibt der Präsident des Ringer- Verbandes Brandenburg Danny Eichelbaum die derzeitige, positive Situation zwischen Frankfurt(o.) und Potsdam, zwischen Wittenberge und Cottbus.


'Integration durch Sport', so das Projekt, mit dem Kinder und Jugendliche, die nach Deutschland gekommen sind- und mittels Ringkampfsport mit deutschen Kids auf 'Tuchfühlung' miteinander gehen sollen. Und das im Ringkampfsport im wahrsten Sinn des Wortes. "Wir kämpfen nicht gegeneinander, sondern ringen miteinander", umschreibt RVB-Geschäftsführer Jörg Richter das gemeinsame Projekt, in dem man sich über Sprachbarrieren hinweg näher kommen soll.

"Im sportlich fairen Kampf die Kräfte messen', so das Motto des gemeinsamen Projektes von Sportjugend Brandenburg und dem Ringer- Verband. "Die Trainingsgruppe platzt regelrecht auseinander, wir haben einen Zustrom, den wir gar nicht bewältigen können", spricht Artur Scherf vom ESV Wittenberge stellvertretend für die anderen Ringer- Vereine Brandenburgs, die nun ihre Übungsleiterausbildung intensivieren und Möglichkeiten erörtern, die Flüchtlinge, die nun auch schon länger in den Trainingsgruppen trainieren, in den Wettkampfbetrieb zu integrieren. "Wenn man fleißig trainiert, will man auch irgendwann einmal sein Können testen", freute sich RVB-Präsident Danny Eichelbaum, dass gerade bei den Kinder- und Jugendsportspielen in Falkensee über den ersten Start mehrerer Kinder aus dem Iran, Syrien und Afganistan.

"Seitens der Sportjugend Brandenburg bekommen wir großartige Unterstützung, mit der wir die angestrebten Projektziele umsetzen wollen", freut sich RVB-Geschäftsführer Jörg Richter über die willkommene Hilfe. So wurden die Flüchtlingskinder, die nun schon länger mit dem Ringkampfsport in Frankfurt(O.) verbunden sind, mit Ringerkleidung ausgestattet. "Auf den weichen Ringermatten kann man durchaus mit normalen Sportschuhen umknicken, aber auch bei verschiedenen Techniken an Kleidung hängen bleiben", so Sichtungs- und Nachwuchstrainer Brian Tewes, der nun froh ist, das die Verletzungsgefahr mit der neuen, ringkampfspezifischen Schutzkleidung gebannt ist.

Für Abdolla Merzaye und Asif Sultani aus Afganistan, die derzeit im 'Haus Einstein' in Frankfurt(O.) betreut werden, eine riesen Überraschung und Motivation, bei den Ringern noch eine Schippe draufzulegen. Auch Erzieherin Sabrina Priegnitz (Bildmitte) ist froh, dass die Ringer sich der Jungen aus ihrer Einrichtung annehmen, denn im gemeinsamen Training werden Kontakte geknüpft und damit Vorurteile abgebaut.

"Wir wollen das Projekt verstärkt nutzen, um ausländische Kinder und Jugendliche zu integrieren, darüber hinaus aber auch unsere Basis stärken", so RVB-Präsident Danny Eichelbaum zufrieden mit dem Mitgliederzuwachs des Verbandes. Zudem verweist er auf die Brüder Nick und Ilja Matuhin, die vor einigen Jahren aus Russland nach Luckenwalde kamen. Nick Matuhin startete für Deutschland 2012 bei den Olympischen Spielen, verpasste jedoch einen erneuten Start in Rio 2016. Sein Brunder Ilja wurde vor wenigen Tagen Fünfter der Junioren-Europameisterschaften in Bukarest (ROU). "Leistungssport ist nicht das vorrangige Ziel unseres Projektes, doch wenn sich ein Ringer so stark entwickelt, dann freuen wir uns umso mehr", so Eichelbaum mit Blick auf die Kinder- und Jugendsportspiele am vergangenen Wochenende, wo viele deutsche und ausländische Kinder auf den Ringermatten gemeinsam viel Spaß am sportlichen Wettkampf hatten.

Jörg Richter