Regionalliga Mitteldeutschland - Halbzeitbilanz

Die Regionalliga Mitteldeutschland lebt

Wie wichtig es war, die Regionalliga Mitteldeutschland neu zu beleben, spüren derzeit die Mannschaften dieser Staffel, die an Spannung kaum zu übertreffen ist. Nach einem Jahr Pause (es kamen im Vorjahr nicht genügend Teams für diese Staffel zusammen) waren es 2011/2012 insgesamt 7 Mannschaften, die die Meisterschaftsrunde in der höchsten, regionalen Kampfklasse der neuen Bundesländer begannen.

Der RSK Gelenau und der RC Germania Potsdam mit dem Stempel der Staffelfavoriten versehen, stolperten das eine- ums andere mal, an der Tabellenspitze stehen zum Abschluss der Hinrunde der RV Lütheen, der als Hecht im Karpfenteich startete, sowie die stark verjüngte KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt.

Lübtheen als Quereinsteiger hatte sich vor der Saison enorm verstärkt und unterlag bislang nur dem RC Potsdam, während die Havelstädter in Frankfurt(O.) eine Niederlage hinnehmen mussten und damit ebenfalls von der Tabellenspitze verdrängt wurde. Die Oderstädter hingegen zogen in Lübtheen den Kürzeren. Doch auch der SV Luftfahrt Berlin II dürfte zumindest im Kampf um die Medaillenvergabe ein kräftiges Wort mitreden.

Gar keine Rolle im Kampf um den Staffelsieg spielte bislang der RSK Gelenau. Mit nur zwei Siegen, bei vier Niederlagen stecken die Erzgebirger im hinteren Tabellendrittel fest. Kirk Reimer (55 kg) und Oldrich Kucera (120 kg) hatten die Erzgebirger zum Saisonstart verlassen, die beiden Leistungsträger schlossen sich dem Zweitligaaufsteiger AC Werdau an. Die Weggänge der beiden Athleten rissen eine Lücke, die von den RSK-Verantwortlichen nicht kompensiert werden konnte.

Die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt schickte nach ihrem Rückzug aus der 1. Bundesliga alle 'Legionäre' in die Wüste, nur Florian Crusius, Markus Thätner und Fabian Jänicke, die sich verstärkt internationalen Aufgaben verschrieben haben, blieben der Mannschaft erhalten. An den Verstärkungen aus dem Freistilzentrum Luckenwalde hielt KG-Trainer Sebastian Möser fest, nur entsendete der LSC nicht mehr die zweite Reihe an die Oder um die Freistilgewichtsklassen immer noch stark zu besetzen, sondern Jugendringer, die sich als äußerst erfolgshungrig erwiesen. Zudem kämpft die 2. Reihe des LSC inzwischen nahezu komplett beim Zweitligavertreter KAV Mansfelder Land, damit ist der Weg für die LSC-Youngster frei, sich bei den Männern in der Regionalliga zu bewähren.

Ähnlich wie die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt ist auch der SV Luftfahrt Berlin II aufgestellt. Zum Einen dient die 2. Mannschaft der Berliner als Sprungbrett in die 1. Mannschaft, umgedreht lassen einstige Größen aus der 1. Bundesliga ihre Laufbahn in der 2. Mannschaft ausklingen. Das stärkt das Reserveteam des SV Luftfahrt in Liga zwei, zudem sich die Youngster aus der Hauptstadt bislang auch im Männerbereich teuer verkaufen.

Auch der RC Germania Potsdam holte einige junge Ringer aus den beiden brandenburgischen Leistungszentren Luckenwalde und Frankfurt(O.) an die Havel, mit Heiko Gensicke, Karsten Siegert, Karsten Pikulla, oder Martin Eiseler verfügt der RCG aber auch über gestandene Athleten mit Erst- und Zweitligaerfahrung. Trotz der beiden Niederlagen aus der Hinrunde gegen die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt und zuletzt gegen die Reserve des SV Luftfahrt Berlin, bleibt Potsdam heißer Aufstiegsfavorit zur 2. Bundesliga. Jenseits von 'Gut und Böse' steht der AV JC Zella-Mehlis. Neben den erfahrenen Kämpfern Ronny Fritz, Christian Schafenberg und den Brüdern Thomas und Andreas Brösicke sammeln viele junge Ringer aus dem Jugendbereich und der Altersklasse U 23 eine ganze Menge Kampferfahrung. Bei der WKG Leipzig/Taucha II gelang den Thüringern der bislang einzige Sieg, während die Ringer aus Zella-Mehlis in einigen Begegnungen gegen Spitzenteams dieser Staffel erstaunlich gut mithielten. Und wenn der AV Concordia alle Stammringer aufbieten kann, dann dürften in der Rückrunde auch Überraschungen möglich sein.

Unter den Erwartungen blieb bislang die Reserve der WKG Leipzig/Taucha, die noch ohne Punktgewinn am Tabellenende steht. Ebenfalls mit einer guten Mischung aus Routiniers und jungen Nachwuchsringern kann jedoch auch das derzeitige Schlusslicht in der Rückrunde zum Stolperstein werden. Unterschätzen sollte man die WKG-Reserve aus Leipzig und Taucha keinesfalls.

Jörg Richter