Sichtungsturnier in Schifferstadt

Ringerinnen aus dem leistungszentrum Frankfurt(O.) setzen erste Achtungszeichen

 

Die Pfälzischen Landesmeisterschaften der Frauen und Mädchen wurden 2012 zu einer ersten Standortbestimmung des deutschen Frauenringkampf‘s 2012, denn Frauen-Bundestrainer Jörg Heldach schrieb diesen Wettkampf zum Pflichtturnier für Kaderringerinnen aus.

So reisten knapp 200 Ringerinnen aus allen Bundesländern zu den nunmehr ‚Offenen Pfälzischen Meisterschaften‘ wo es neben den Kämpfen bei den Frauen, auch schon einen guten Vorgeschmack auf die Deutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend, am 2./3. März in Frankfurt(O.) gab.



Das Trainergespann aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.), Michael Kothe und Maik Bitterling sieht sich dabei auf einem guten Weg, was viele Spitzenplatzierungen bei den Titelkämpfen in Schifferstadt auch unterstrichen. Bei den Frauen setzte sich Yvonne Englich in der stark besetzten Gewichtsklasse bis 67 kg durch. Dabei bezwang die Frankfurterin auch ihre schärfste Rivalin um den DRB-Auswahlplatz, Aline Focken (KSV Krefeld) in 2:0 Runden mit 4:1 und 1:0. Nach langer Verletzungspause kämpfte im gleichen Limit auch die Europameisterin von 2007, Stefanie Kropf wieder mit, doch auch gegen diese Kontrahentin setzte sich Yvonne Englich durch und hat nun gute Karten für das DRB-Auswahlteam, dass zu den Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele in London entsendet wird.

Stark präsentierte sich Sabrina Ulrich (55 kg) bei ihrem ersten großen Auftritt bei den Frauen, die Frankfurterin gewann in der olympischen Gewichtsklasse hinter Laura Mertens (AC Ückerath) und der Katrin Henke (SAV Torgelow), die bei den Europameisterschaften der Juniorinnen 2011 Bronze holte, den dritten Platz. Es war nicht das Wochenende von Eileen Friedrich, die in der höheren Kategorie bis 59 kg antrat. Die Frankfurterin hatte bei einigen Aktionen nicht das Glück auf ihrer Seite- und auch nicht die Kampfrichter, die bei einer Zwiegriffsituation völlig daneben lagen, als sie der Südbadenerin Christiane Knittel 3 Punkte gaben statt die Wertung Eileen Friedrich anzurechnen, die den Griff ausführte. Bei den Frauen standen die Ringerinnen aus Frankfurt(O.) in der Vereinswertung hinter dem AC Ückerath auf Rang zwei unter 50 angereisten Teams, wobei allerdings auch Verbände wie Südbaden fehlten, die eigene Meisterschaften austrugen..


 

Noch besser lief es bei den Jugendlichen, wo die jungen Damen aus der Odermetropole die Vereinswertung gewannen, Zweite wurden die Ringerinnen aus Berlin, die ebenso im Leistungszentrum an der Oder lernen und trainieren. Hier können sich die Verantwortlichen in Brandenburg schon auf die Deutschen Titelkämpfe freuen. So im schwersten Limit, wo Francy Rädelt klar dominierte und vor ihrer Frankfurter Vereinskameradin Marie Liebner Turniersiegerin wurde. Marie Liebner hielt sich gegen den Rest des Feldes in dieser Gewichtsklasse schadlos, gewann Silber, während auch Michelle Sylva einen Leistungssprung nachwies und als Fünfte im schwersten Limit über die Ziellinie kam. "In der schwersten Kategorie sind wir sehr gut aufgestellt, Francy Rädelt und Marie Liebner beherrschen das Feld souverän", freute sich Trainer Maik Bitterling über den Doppelerfolg.


 

Von den schwersten- zu den leichtesten Mädchen; im Limit bis 40 kg holte Amy Zech mit einem Sieg und einer Niederlage die Silbermedaille. Serena Böhlke (46 kg) wurde mit drei Siegen und zwei Niederlagen Fünfte, Claudia Rangel-Guerra (46 kg) und Synthia Frütsch (60 kg) rundeten die Bilanz des RSV Hansa 90 in Schifferstadt mit 6. Plätzen ab.

 

Hinzu kommen Siegleistungen von Janny Sommermayer (40 kg), Lisa Ersel (38 kg), ein vierter Platz durch Franziska Berger (60 kg) und Platz fünf von Debora Lawnitzak (52 kg, alle SV Luftfahrt Berlin), die jedoch alle in Frankfurt(O.) trainieren. Franziska Berger gewann 5 (!) Kämpfe, verlor zwei, das Duell um Bronze davon in zwei Runden mit jeweils 0:1 denkbar knapp.

Lissy Bielau (35 kg / Eisenhüttenstädter RC) steuerte eine Silbermedaille zum hervorragenden Gesamtergebnis des Frankfurter Stützpunktes bei und auch die Cottbusserin Evelyn Neumann (60 kg) überraschte mit vier Siegen, zwei Niederlagen und Platz 5 positiv.


 

„Für unsere Frauen und Mädchen war dieses Sichtungsturnier in Schifferstadt eine wichtige Standortbestimmung, wir haben noch alle Hände voll zu tun bis zu den großen Saisonhöhepunkten mit Olympiaqualifikation und Deutschen Meisterschaften“, so Lehrertrainer Maik Bitterling. „Wir haben bis dahin weitere, hochkarätige Turniere in Wolfurth (Österreich), oder Klippan (Schweden) zu bestehen und können nun auf diese Leistungen aufbauen“, hat sich auch Landestrainer Michael Kothe mit seinen Spitzenathletinnen für 2012 einiges vorgenommen. Schifferstadt war am Ende nur der Startschuss in eine hoffentlich erfolgreiche Saison.