Eine Familie lebt den Spitzensport



Spitzensport und eine Familie mit Kindern: Passt das zusammen? Es passt. Die Ringerfamilie Englich ist das beste Beispiel. Sie erhält auf dem Neujahrsempfang des DOSB die Auszeichnung als engagierteste Spitzensportfamilie.

Vater Mirko gewann 2008 bei den Olympischen Sommerspielen in Peking im griechisch-römischen Stil die Silbermedaille. Mutter Yvonne startete nach zweimaliger Babypause mit ihre Ringerkarriere wieder durch und belegte bei der Europameisterschaft 2011 in Dortmund den dritten Platz. Der Sohn ist mit acht Jahren bereits brandenburgischer Landesmeister im Ringen. Die vierjährige Tochter besucht bereits einen Schwimmkurs und ist wie ihr Vorbild Pippi Langstrumpf gerne beim Klettern , insbesondere in der Halle.  Diese Vier haben ein gemeinsames Ziel: die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Die Eltern, um Medaillen zu gewinnen – die Kinder, weil sie die größten Fans sind.

Beide sammelten Erfolge

Mirko Englich ist in Witten bei Dortmund geboren und begann nach einer Talentsichtung als Siebenjähriger mit dem Ringen. Schon als Jugendlicher sammelte er zahlreiche nationale Titel. Bei den Männern knüpfte er an diese Erfolge an, wie auch seine Frau Yvonne gewann er viele nationale und internationale Medaillen. 2001 zog die gebürtige Schwäbindann zu Mirko nach Dortmund. Mit den beiden Kindern kamen die Babypausen für Yvonne Englich. Nach der Geburt von Sohn Noah wagte Yvonne Englich 2005 ein Comeback, das jedoch jäh unterbrochen wurde. Aus einer Pause aufgrund einer schweren Knieverletzung mit mehreren Operationen wurde dann schließlich eine 2. Babypause.

Aktive Karriere eigentlich bereits 2008 beendet

2008 hatte Yvonne eigentlich bereits mit der aktiven Ringer-Karriere abgeschlossen und  ihren Rücktritt erklärt. Die Silbermedaille von Mirko bei den Olympischen Sommerspielen in Peking im gleichen Jahr, weckte allerdings Yvonnes großen Ehrgeiz, so dass der Entschluss fiel, noch einen Versuch zu starten, gemeinsam zu Olympia zu fahren.

Umzug nach Frankfurt (Oder)

Im Jahr 2007 begann Mirko Englich eine Ausbildung zum Feuerwehrmann an der Landesfeuerwehrschule im brandenburgischen Eisenhüttenstadt. Seit 2009 ringt er für die Mannschaft des 1. Luckenwalder Sportclubs in der Bundesliga, seine Einzelstarts absolviert er für den RSV Hansa 90 Frankfurt (Oder). In diesem Jahr zog die Familie von Dortmund nach Frankfurt (Oder), denn die Trainingsbedingungen sprachen auch für Yvonne Englich für den Umzug. Sie wollte nach der Babypause voller Ehrgeiz zurück auf die Matte. Seither liegt der sportliche Fokus für beide ganz klar auf der Teilnahme an den Olympischen Spielen in London.

Die Oma ist Dauergast

Doch nicht nur der sportliche Erfolg muss organisiert werden, sondern auch das normale familiäre Leben. Der Sohn muss in die Schule, die Tochter beaufsichtigt werden. Wie gut, dass es eine Oma gibt. Nur leider wohnt die 600 Kilometer entfernt in Dortmund. Doch wenn Mama und Papa mal wieder in der Welt unterwegs sind, dann ist die Oma aus dem Ruhrgebiet Dauergast in Brandenburg. „Die Oma ist unersetzlich“, so die einhellige Meinung der Englichs. Und wenn die Großmutter mal doch nicht kann, dann springen schon mal die Trainer als Babysitter ein.

Unterstützung und Förderung

Um ihren Traum von Familie und Spitzensport verwirklichen zu können, erhalten die Englichs große Unterstützung. Der Arbeitgeber sorgt mit dem Spitzensportprojekt Feuerwehr Brandenburg für den nötigen Rückhalt, der Deutsche Ringer-Bund als Fachverband hilft ihnen bei der Beantragung von Betreuungszuschüssen bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Mit Mitteln aus dem Bundesinnenministerium wird das Förderprogramm abgerundet. Mit dieser Unterstützung kann der große Traum einer spitzensportlichen Familie wahr werden: der gemeinsame Besuch der Olympischen Sommerspiele 2012. Als Spitzensportler und als Familie.

Quelle / Übernommen von DOSB