Europameisterschaften in Belgrad (SRB)

Deutscher Ringer- Bund schickt junge Mannschaft nach Belgrad

6 RVB-Athleten für Ringer-Europameisterschaft in Serbien nominiert

Belgrad – Am kommenden Dienstag beginnt in Belgrad (SRB) die Europameisterschaft der Ringer. Bis einschließlich Sonntag kämpfen dann die Männer (Freistil, griechisch-römischer Stil) und Frauen um die kontinentalen Meistertitel. Im Gegensatz zur EM in Tampere (FIN) 2008, haben die Titelkämpfe in Belgrad keinen Qualifikationsstatus für die Olympischen Spiele in London. Damit sind sie jedoch keinesfalls wertlos, denn im Hintergrund ist schon das große Säbelrasseln für die anstehenden Qualifikationsturniere- und darüber hinaus in Richtung Olympischen Spiele zu spüren.

Gut hat es da Frank Stäbler (66 kg/TSV Musberg), der das Olympiaticket bereits zur Weltmeisterschaft 2011 in Istanbul (TUR) mit Platz 5 für den DRB gelöst hat und nun die EM in Serbien als Vorbeitungsturnier in Richtung London 2012 nutzen kann. Doch damit ist er der einzige deutsche Ringer, alle anderen müssen noch durch die ‚Qualifikationsmühle‘ für London 2012.

Ähnlich wie bei Frank Stäbler sieht man es auch bei vielen anderen Verbänden, was den Wert dieser Europameisterschaft angesichts vieler Olympiastarter dann auch schon wieder beträchtlich anhebt.

Gleich 6 Ringer und Ringerinnen aus Brandenburg vertreten den Deutschen Ringer- Bund in Serbien. Im Freistilbereich der Männer wurden Emanuel Krause (55 kg) im leichtesten- und Nik Matuhin (120 kg/beide 1. Luckenwalder SC) im schwersten Gewichtslimit von Bundestrainer Alexander Leipold nominiert. Für Emanuel Krause ist es die erste, große Herausforderung bei den Männern, nachdem der Luckenwalder im Kadetten- und Juniorenbereich seit 2006 bei Europa- und Weltmeisterschaften Erfahrungen sammelte. Sein 5. Platz bei den Weltmeisterschaften der Junioren in Ankara (TUR) 2009 war sein bislang bestes Ergebnis. Im vergangenen Jahr sorgte Emanuel Krause mit einem 3. Platz beim Grand Prix von Spanien, in Madrid für eine hervorragende Platzierung bei den Männern.

Nik Matuhin hatte lange mit einer Schulterverletzung zu kämpfen, ehe der Modelathlet bei den Europameisterschaften 2011 in Dortmund erneut auf der Ringermatte für Furore sorgte. Leider schlitterte Nik Matuhin nur knapp am Siegerpodium vorbei und wurde nach einer Niederlage im 'kleinen Finale' um Bronze, gegen Daniel Ligeti (HUN) Fünfter. Bei den Weltmeisterschaften in Istanbul (TUR) bekam es der Schützling von Heiko Röll das Pech, gleich mit Vize-Europameister Aleksey Shemarov (BLR) zu tun, der dann auch Weltmeister wurde. In der Hoffnungsrunde kam gegen den Europameister von Dortmund, Fatih Cakiroglu (TUR) das schnelle Aus. Nun muss Nick Matuhin das Olympia-Ticket bei den Qualifikationsturnieren erkämpfen, die EM damit auch für den LSC-Schwergewichtler eine gute Standortbestimmung dafür.

Bei den Frauen treten mit Eileen Friedrich (55 kg) und Yvonne Englich (63 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) ebenfalls zwei Ringerinnen aus Brandenburg in der Sportarena Belgrad an. Auch Yvonne Englich kämpft nach verpatzem WM-Auftritt von Istanbul noch um eine Fahrkarte nach London, wo sie gemeinsam mit Ehemann Mirko um olympisches Edelmetall kämpfen will. Für die erfahrene Ringerin aus dem Leistungszentrum von der Oder, ist Belgrad noch einmal eine wichtige Hürde, denn zum bisherigen Stand wird sie sich mit Aline Focken aus Krefeld in die drei Olympia-Qualifikationsturniere in Sofia (BUL), Tayuan (CHN) und Helsinki (FIN) 'hineinteilen'. Eileen Friedrich kann dagegen ohne Druck in Belgrad aufringen. Die junge Ringerin, die in Pilgram in einer Schul-AG gesichtet wurde, im Kadetten- und Juniorenbereich seit 2008 in jedem Jahr eine internationale Meisterschaftsmedaille holte, soll in Serbien bei ihren ersten Titelkämpfen im Frauenbereich Kampferfahrung sammeln. "Eileen ist noch Juniorin, kann dieses Jahr noch viel erreichen, soll aber auch schon sehen, dass die Trauben bei den Frauen noch ein ganzes Stück höher hängen", so Trainer Michael Kothe, der sehr viel von seinem trainingsfleißigen Schützling hält.

Tuchfühlung aufnehmen, Erfahrungen sammeln, Anschluss finden - das sind auch die Schlagworte, die Christoph Bast (60 kg) und Fabian Jänicke (74 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) auf den Weg nach Belgrad begleiten. Fabian Jänicke hatte bereits 2011 einen Einsatz bei den Europameisterschaften in Dortmund, der sich allerdings auf ein Zwei-Runden-Duell gegen den Russen Roman Vlasov beschränkte. In Belgrad möchte Jänicke, der inzwischen bei einigen, großen, internationalen Wettkämpfen erfolgreich war (Thor Masters Nyköbing; Pytlashinski-Turnier Polen), mehr Kämpfe bestreiten und sich in dieser sehr starken Gewichtsklasse bis 74 kg etablieren, wie vor ihm Konstantin Schneider aus Köllerbach, der seit 1992 das internationale Geschehen in diesem Limit mitbestimmt. Christoph Bast ist der Youngster im Greco-Team des DRB, der Frankfurter bestreitet sein Debüt bei der EM in Belgrad und ist natürlich besonders heiß darauf zu zeigen was er kann. National steht Christoph Bast hinter seinem Vereinskameraden Erik Weiß im zweiten Glied, doch hat Stützpunkttrainer Jörn Levermann damit den Konkurrenzkampf um das Ticket zu internationalen Meisterschaften im eigenen Stall - und Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft.

In Belgrad gibt es einige Neuerungen; so ist der Terminplan ist nicht mehr getrennt nach Stilarten ausgerichtet, die Freistilspezialisten starten am 6. März gemeinsam mit den Damen. Zeitgleich beginnen am Dienstag, ab 14 Uhr Ortszeit die Gewichtsklassen 66 kg, 96 kg der Männer im freien Ringkampf, zusammen mit der Kategorie bis 48 kg der Frauen. Erst die Griechisch-Römisch-Spezialisten kämpfen am Samstag und Sonntag (10./11.3.) allein die EM-Titel in der 20.000 Zuschauer fassenden Sportarena Belgrad aus. Spannend wird auch, wie die internationalen Kampfrichter das veränderte Reglement im griechisch-römischen Stil bewerten. Um die Attraktivität in dieser Stilart zu erhöhen, müssen sich beide Ringer seit Jahresbeginn mit Anpfiff Brust an Brust im Mittelkreis zum Kampf stellen. Bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren, am vergangenen Wochenende in Witten erwies sich diese Regelung als wirkungslos.

Der Deutsche Ringer- Bund schickt zum Großteil junge Ringer nach Belgrad, die EM steht aus deutscher Sicht unter dem Motto: 'Jugend forscht'. „Unser Blick liegt natürlich auf den Olympia-Qualifikationsturnieren im April/Mai, dennoch ist die Europameisterschaft vor allem für die jungen Ringer eine Standortbestimmung, wo sie im internationalen Geschehen stehen- und das letzte Wort über die Besetzung der Qualifikationsturniere für London 2012 ist auch noch nicht gesprochen, die jungen Athleten haben natürlich die Chance, sich in Belgrad mit einer guten Leistung zu empfehlen“, spricht Greco-Bundestrainer Jannis Zamanduridis damit wohl auch für seine Amtskollegen Jörg Helmdach (Bundestrainer Frauen) und Alexander Leipold (Bundestrainer Freistil).

Die Mannschaften des DRB:

Frauen

48 kg: Jaqueline Schellin (TV Mühlacker),

51 kg: Alexandra Engelhardt (KSG Ludwigshafen),

55 kg: Eileen Friedrich (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.),

59 kg: Katrin Neumaier (VfK Mühlenbach)

63 kg: Yvonne Englich (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.),

67 kg: Aline Focken (KSV Krefeld),

72 kg: Maria Selmaier (KSC Motor Jena).

Bundestrainer Jörg Helmdach.

Männer (Freistil)

55 kg: Emanuel Krause (1. Luckenwalder SC),

60 kg: Tim Schleicher (SV Joh. Nürnberg),

66 kg: Martin Daum (KSV Seeheim),

74 kg: Ergün Aydin (SV Siegfried Hallbergmoos),

84 kg: Konstantin Völk (KSV Köllerbach),

96 kg: Kevin Schwäbe (KSC Hösbach),

120 kg: Nik Matuhin (1. Luckenwalder SC).

Bundestrainer: Alexander Leipold

Männer (griechisch-römischer Stil)

55 kg: Lukas Höglmeier (TSV Gailbach),

60 kg: Christoph Bast (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.),

66 kg: Frank Stäbler (TSV Musberg),

74 kg: Fabian Jänicke (RSV hansa 90 Frankfurt/O.),

84 kg: Ramsin Azizsir (KSV Aalen 05),

96 kg: Oliver Hassler (RG Hausen Zell),

120 kg: Ralf Böhringer (KSV Aalen 05).

Bundestrainer Jannis Zamanduridis.

Zeitplan:

Dienstag, 6.3.:

Männer Freistil (66 kg, 96 kg), Frauen (48 kg).

Mittwoch, 7.3.:

Männer Freistil (55 kg, 60 kg), Frauen (51 kg, 59 kg).

Donnerstag, 8.3.:

Männer Freistil (74 kg, 120 kg), Frauen (55 kg, 67 kg).

Freitag, 9.3.::

Männer Freistil (84 kg), Frauen (63 kg, 72 kg).

 

Samstag, 10.3.:

Männer griechisch-römischer Stil (55 kg, 50 kg, 96 kg, 120 kg).

 

Sonntag, 11.3.:

Männer griechisch-römischer Stil (66 kg, 74 kg, 84 kg).

 

Die Qualifikationskämpfe beginnen täglich 14 Uhr Ortszeit, die Finalbegegnungen 19 Uhr Ortszeit.