Titelkämpfe der Emotionen

Luzie Manzke und Francy Rädelt souverän zum Meistertitel
 

Frankfurt(O.) - Es war eine Meisterschaft der Emotionen, gute Stimmung herrschte bei den Titelkämpfen der weiblichen Jugend, in der Brandenburg-Halle Frankfurt(O.) von Beginn an. Und erst recht als Luzie Manzke (65 kg) und Francy Rädelt (70 kg/beide RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) nach souveränen Leistungen auf dem Siegertreppchen ganz oben standen. Zwei dritte Ränge durch Amy Zech (38 kg) und Marie Liebner (70 kg) rundeten die hervorragende Medaillenbilanz der Titelkämpfe auf heimischen Matten, für den RSV Hansa 90 ab.

Nach klaren Erfolgen über Jenny Krenkel (SV Braunsbedra), Vanessa Heeg (RLZ Aschaffenburg), Vereinskameradin Michelle Sylva, sowie gegen Anne Schöneck (1. Luckenwalder SC) stand Francy Rädelt im Finale um den Deutschen Meistertitel, wo die Frankfurterin gegen Anna Holtz (KSK Konkordia Neuss) in zwei Runden, mit jeweils 3:0 Punkten siegreich blieb.

Auch Luzie Manzke (65 kg) setzte sich vor heimischem Publikum sehr gut in Szene, die Frankfurterin ließ nichts anbrennen und zeigte, dass sie nach EM-Silber bei den Kadettinnen im Vorjahr, auch 2012 auf der internationalen Bühne weiterkämpfen möchte. Eilig hatte es Luzie Manzke in ihren ersten Begegnungen gegen Julia Kreutz (AC Germania Artern) und Charleen Kühn (TSV Eppelborn), beide Konkurrentinnen bezwang die Titelverteidigerin noch in der ersten Runde durch Schultersieg. Durch einen weiteren, klaren 7:0, 1:0-Sieg in zwei Runden über ihre Trainingskameradin Eveline Neumann aus Cottbus, die ebenfalls im Leistungszentrum Frankfurt(O.) lernt und trainiert, kämpfte sich Luzie Manzke ins Finale, wo mit Theresa Edfelder (SC Anger) eine starke Konkurrentin wartete. Nach vorsichtigem Beginn und einen 2:0-Rundensieg, machte Luzie Manzke im zweiten Durchgang die Titelverteidigung mit einem Schultersieg perfekt. Luzie Manzke, die als ‚Stimmungskanone‘ im Frankfurter Team immer alle Mannschaftskameraden lautstark unterstützt, wurde nun von ihren Mitstreiterinnen umjubelt und gefeiert. Emotionen pur, wie es sie wohl nur beim Frauen- und Mädchenringkampf gibt.

 

Marie Liebner (70 kg) hatte mit der späteren Vizemeisterin Anna Holtz (KSK Konkordia Neuss) gleich eine starke Kontrahentin erwischt. Nach ausgeglichenem Kampf nutzte die Ringerin aus Nordrhein-Westfalen eine Unaufmerksamkeit der Frankfurterin zum Schultersieg. Marie Liebner, die diese Gegnerin früher auch schon bezwungen hatte, ärgerte sich und zeigte bei den folgenden Begegnungen, das sie zur Spitze in dieser schwersten Kategorie der Jugendringerinnen gehört. Sie bezwang ihre Vereinskameradin Leona Stübner, Steffi Blohm (Demminer RV) und im kleinen Finale um Bronze auch Anne Schöneck, vom 1. Luckenwalder SC.

Auch bei den ‚Kleinsten‘ Ringerdamen erreichte mit Amy Zech (38 kg) eine Ringerin aus der Frankfurter Trainingsgruppe, die von Michael Kothe und Maik Bitterling betreut wird,die Podiumsränge. Nach Auftaktsiegen gegen Nadine Schweter (KSV Unterelchingen) und Lina Dussin (KSV Witten), musste die kleine Frankfurterin gegen Annika Wendle (ASV Altenheim) eine Niederlage hinnehmen. Doch mit einem weiteren Schultersieg über Pia Rosa Schäfer (KSV Hemsbach) kämpfte sich Amy Zech ins kleine Finale um Bronze. Dort setzte sich die Frankfurterin gegen Jule Zander (Magdeburger SV) ebenfalls mit einem Schultersieg durch und gewann damit die Bronzemedaille.

Serena Böhlke (42 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) kämpfte sich mit 3 Siegen und zwei Niederlagen auf Platz fünf, ebenso wie Lissy Bielau (Eisenhüttenstädter RC) in der leichtesten Kategorie bis 35 kg.

 

"Ich bin mit dem Abschneiden unserer Ringerinnen zufrieden, es waren gute Kämpfe vor heimischem Publikum und mit vier Medaillen, davon zwei Titeln können wir aus Frankfurter Sicht gut leben", so Frauen-Landestrainer Michael Kothe, der aber auch die Leistungen der Berlinerinnen unterstreicht, die zum Großteil im Leistungszentrum an der Oder lernen und trainieren. Der RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) gewann überlegen die Vereinswertung (64 Punkte), der SV Luftfahrt Berlin kam mit 38 Zählern auf Platz drei.

Lisa Ersel (35 kg) und Janny Sommermayer (40 kg) kämpften sich bis ins Finale und gewannen am Ende Silbermedaillen.Debora Lawnitzak (52 kg/alle SV Luftfahrt Berlin) bekam ebenso das Lob des Trainers, die Berlinerin unterlag unglücklich im Kampf um Bronze und wurde Vierte.

Mit Lydia Nürnberger (46 kg/1. Luckenwalder SC) feierte der Ringer- Verband Brandenburg eine weitere Titelträgerin, die im Turnierverlauf unbezwungen bleib.

 

 

Einen emotionalen Höhepunkt gab es bereits kurz vor dem Anpfiff der Nachmittagsveranstaltung, als der Präsident des Ringer- Verbandes Brandenburg Günter Kreckl, der zugleich dem RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) vorsteht, die Schwestern Annika und Nicol verabschiedete. Hallensprecher Rainer Pillep benötigte eine ganze Weile, um die Erfolge des Geschwisterpaares zu verlesen, die den Grundstein für die derzeitigen Erfolge im Leistungszentrum an der Oder legten. Auch wenn es nur ein Abschied von der Matte war zeigte sich, wie tief beide mit der Mädchengruppe verwurzelt sind, keiner schämte sich während der Ehrung seiner Tränen, selbst der sonst ‚hartgesottene‘ Verbandschef wischte sich da schon mal über die feuchten Augen.Ein dickes Buch könnte da sicherlich Trainer Michael Kothe schreiben, der mal Freund, Vertrauter, mitunter auch Feind war, wenn er  ‚Unmögliches‘ von den Mädchen, aber auch von sich selbst verlangte. Heute wissen Annika und Nicol ganz genau, wen sie ihre Erfolge zu verdanken haben.

 

Gleich noch einen drauf setzte der frischgebackene Juniorenmeister Alexander Grebensikow, der die Möglichkeit nutzte, um sich bei seinem Coach Sebastian Möser mit einem kleinen Geschenk zu bedanken. Grebensikow wurde am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften neuer Titelträger, ließ der gesamten Konkurrenz in seinen Begegnungen nicht die Spur einer Chance und wählte selbst noch im Finale die Stelle sorgsam aus, auf die er seinen völlig überforderten Gegner warf.

 

 

Lob für die Veranstalter um Cheforganisator Peter Kossow gab es von alles Seiten, der Ablauf war reibungslos, die Brandenburg-Halle war einer Deutschen Meisterschaft würdig hergerichtet und die Helferschar, die sich um die Belange der Delegartionen kümmerte, riesig – da kam nicht selten die Frage nach dem nächsten Event. Das folgt am letzten Mai-Wochenende, wenn die DRB-Junioren gegen Konkurrenten aus 14 Nationen antreten. Dann kann die Trainingsgruppe um Juniorentrainer Sebastian Möser auf heimischen Matten zeigen, was in ihr steckt.