D Meisterschaften der Männer 23. - 25.3.12 Ehningen


Mirko Englich beim entscheitenden Wurf, mit dem er sich gegen Oliver Hassler den Titel sicherte.

Brandenburger Ringer lassen den 'roten Adler' steigen!

Dreimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze - Frankfurt(O.) im Mittelpunkt der deutschen Ringerlandkarte

Ehningen – Mit drei Deutschen Meistertiteln, einmal Silber und drei Bronzemedaillen kehrten die Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) von den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil aus dem württembergischen Ehningen an die Oder zurück.


Nico Schmidt (120 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt(O.) ‚sackte dabei seinen 10. deutschen Meistertitel ein, wobei Schmidt und Erik Weiß (60 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) in Ehningen zugleich auch die einzigen Titelverteidiger waren. Mirko Englich (96 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) rückte im Finalduell die innerdeutsche Hackordnung gegen Oliver Hassler (RG Hausen-Zell) wieder zurecht, an den er im Vorjahr seinen Titel angeben musste.

Bastian Kurz (84 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) scheiterte erst im Finale am Kadetten-Weltmeister Denis Kudla (VfK Schifferstadt), doch selbst die Finalteilnahme war für Bastian Kurz ein riesen Erfolg.


Brian Tewes (60 kg/RC Potsdam), Alexander Grebensikov (60 kg/SAV Torgelow), die beide am Leistungszentrum Frankfurt/O. trainieren, sowie Marc Wentzke (66 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) rundeten mit Bronzemedaillen die hervorragende Medaillenbilanz des Leistungszentrums von der Oder ab.

Mit 77 Punkten gewann Brandenburg mit großem Vorsprung die Länderwertung, vor den Gastgebern aus Württemberg (58) und Südbaden (52).

 

 

Die Ringer aus dem Leistungszentrum Frankfurt(O.) haben bei den Deutschen Meisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil, im Herzen Württembergs den ‚Roten Adler‘ steigen lassen. Mit drei Deutschen Meistertiteln, einmal Silber und drei Bronzemedaillen kehren die Schützlinge von Stützpunkttrainer Jörn Levermann und Sebastian Möser, der sich in Frankfurt(O.) für die Junioren verantwortlich zeigt, aus Ehningen zurück, wo sie mit großem Abstand vor den gastgebenden Verband und Südbaden die Länderwertung gewannen. Schulter an Schulter standen die erfolgreichen Ringerrecken aus dem Leistungszentrum von der Oder bei der Verkündung der Länderwertung und sangen die Brandenburg-Hymne. Trainer Jörn Levermann, der vorher mit Kommandos und Tipps von der Trainerbank her agierte, dirigierte nun seinen großen Chor. Selbst Hallensprecher Thomas Eigenbrodt zeigte sich beeindruckt von den Ringern, die mit Spitzenleistungen auf der Matte- und darüber hinaus mit Zusammenhalt und Teamgeist glänzten.

 

Schwergewichtler Nico Schmidt holt 10. Titel


 

Im Finalkampf musste Schmidt nicht mehr antreten, da sich sein Kontrahent Ralf Böhringer (KSV Aalen 05) im Halbfinalduell gegen Ricardo Melz (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) am Ellenbogen verletzt hatte und nicht mehr weiterringen konnte. Nico Schmidt hatte sich mit souveränen Vorrundensiegen gegen Kevin Arend (KV Riegelsberg), Sebastian Fiedler (TV Dellwig), sowie einem ebenso klaren Halbfinalerfolg gegen Eduard Popp (VfL Neckargartach) bis ins Finale gekämpft und verteidigte so ein weiteres Mal die Deutsche Meisterkrone - zum 10. Mal insgesamt.

 

Der Olympiazweite von 2008, Mirko Englich (ebenfalls RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) rückte im Finale gegen Oliver Hassler (RG Hausen-Zell) die Hackordnung im Halbschwergewicht (96 kg) wieder zurecht, nachdem er im Vorjahr den Titel an den Südbadener abtreten musste und ‚nur‘ Dritter wurde. Am Sonntagmittag holte sich Englich in Ehningen den Titel mit einem souveränen 2:0-Rundenerfolg wieder zurück. In Runde zwei gelang Mirko Englich ein schöner Wurf aus der Bodenlage heraus, der den Sieg- und zugleich den Titel brachte.

Auf dem Weg ins Finale bezwang Mirko Englich mit Andreas Fix (TuS Adelhausen) einen Kontrahenten, gegen den sich der Wahl-Frankfurter immer sehr schwer tat. Doch schon gegen Fix wartete Englich mit einer konzentrierten Leistung auf und sicherte sich mit einem 2:1 und 4:0 in zwei Runden, den Einzug ins Viertelfinale. Dort trat ihm mit Boris Eisenstein, vom KSC Motor Jena, ein Kontrahent entgegen, mit dem der RSV-Ringer nicht viel Probleme hatte. Im Halbfinale war es wieder ein Fix, der auf Mirko Englich wartete, diesmal war es der frischgebackene Juniorenmeister Gabriel Fix (ASV Urloffen), den Mirko Englich in 2:0 Runden (3:0, 2:1) bezwang. Damit stand das große Finale gegen Oliver Hassler fest.

 

 

Erik Weiß (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), verteidigte seinen Vorjahrestitel im Limit bis 60 kg, in Ehningen traf Weiß zunächst auf Enis Ferchichi (ASV Ladenburg), den er souverän bezwang. Doch dann wartete Trainingsgefährte Christoph Bast in einer Neuauflage des Vorjahresfinals. Doch auch 2012 ließ Erik Weiß nichts anbrennen und hielt den Sieg mit beiden Händen fest. Auch das Halbfinale gestaltete sich zu einem internen Duell des Leistungszentrums Frankfurt/O., denn Erik Weiß musste gegen den frischgebackenen Juniorenmeister Alexander Grebensikov (SAV Torgelow) antreten. Mit einem weiteren Sieg zog Erik Weiß ins Finale ein, wo er mit Jens Rung (RWG Mömbris-Königshofen) auf einen hartnäckigen Kontrahenten stieß. Mit einer taktischen Meisterleistung sicherte sich Erik Weiß nach einem 0:1-Rückstand, noch den 2:1-Rundenerfolg, nach starker Defensivarbeit – und damit auch den Deutschen Meistertitel.

 

In der gleichen Gewichtsklasse erkämpften Alexander Grebensikov und Brian Tewes (RC Potsdam) Bronzemedaillen. Alexander Grebensikov musste in diesem Duell gar gegen seinen Frankfurter Trainingskollegen Christoph Bast antreten, den er mit guter, taktischer Leistung bezwang. Bast damit 'undankbarer' Fünfter.

Ebenfalls Bronze erzielte Marc Wentzke (66 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) nach hartem Duell im kleinen Finale gegen den Lokalmatador Benjamin Raiser (TSV Ehningen). Mit einem schönen Wurf machte Marc Wentzke alles klar und bejubelte mit Trainer Jörn Levermann den Gewinn der Medaille. Im Viertelfinale hatte Marc Wentzke eine knappe- und vermeidbare Niederlage gegen den späteren Meister Matthias Maasch (SV Wacker Burghausen) hinnehmen müssen, doch im Kampf um Bronze war der Schützling von Jörn Levermann wieder hellwach und konzentriert.

 

Rolf Linke (96 kg/FSV Strahlsund) war bis ins kleine Finale um Bronze vorgestoßen und sah nach Runde eins gegen Felix Radinger (TSV Gailbach) auch wie der sichere Sieger aus. Doch dann kam Linke völlig aus dem Rhythmus und unterlag doch noch gegen den Hessen. Auch Ricardo Melz (120 kg/RC Potsdam) kämpfte sich bis ins Duell um die Bronzemedaille, doch gegen den bärenstarken Mehmet Kasim Aras (TV Aachen-Walheim) war kein Kraut gewachsen, Ricardo Melz schlitterte wie Linke auf Rang fünf über die Ziellinie.

 


„Insgesamt eine ordentliche Leistung unserer Mannschaft, natürlich gab es auch Athleten, die heute nicht die erwartete Leistung ablieferten, doch insgesamt bin ich zufrieden“, sprach Trainer Jörn Levermann und trat mit seinen Mannen die lange Heimreise nach Frankfurt(O.) an, wo man mit Sicherheit das Brandenburg-Lied noch einige Male zu hören bekam.

 

„Es war eine großartige Meisterschaft mit vielen, spannenden Kämpfen und was mich besonders freut, ist der nahtlose Übergang der Junioren zu den Männern“, so Bundestrainer Jannis Zamanduridis, der eine Vielzahl von Medaillen bestaunte, die an Athleten gingen, die eigentlich noch im Juniorenbereich kämpfen, und bei den Männern damit lautstark anklopfen. Darunter waren mit Alexander Grebensikov, aber auch Chhristian John  und vor allem Silbermedaillengewinner bastian Kurz einige 'Junge Wilde' aus dem Leistungszentrum Frankfurt/O..