Deutsche Meisterschaften der B-Jugend (GR) in Torgelow


Ginc und Richter holen zwei weitere Deutsche Meistertitel für das Ringer-Leistungszentrum Frankfurt(O.)

Torgelow – Die Deutschen Meisterschaften der B-Jugend waren die letzten Titelkämpfe der diesjährigen Einzelmeisterschaftssaison der Ringer

und auch bei den 13/14-jährigen langten die Sportschüler aus Frankfurt(O.)

am vergangenen Wochenende in Torgelow (MEV) noch einmal kräftig hin.
Lehrertrainer Harald Stern heimste mit seinen Schützlingen zweimal Gold, einmal Silber und eine Bronzemedaille ein, eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann.

Als zum Schuljahresbeginn gleich eine ganze Reihe von Ringern aus Torgelow an die Eliteschule des Sport‘s nach Frankfurt (O.) kamen, waren alle überzeugt; „... das wird ein ganz starker Jahrgang“. Bei den Titelkämpfen in Torgelow hatten diese Athleten Heimrecht und am Ende haderte man trotz der großartigen Erfolge noch, denn bei einigen Athleten aus der Trainingsgruppe von Harald Stern war gar noch mehr möglich.

Voll ausgeschöpft haben ihr Potential in Torgelow Franz Richter (63 kg), der bereits vor 1 ½ Jahren aus Sachsen ins Leistungszentrum an die Oder rückte- und Andrej Ginc (46 kg/SAV Torgelow/Leistungszentrum Frankfurt/O.), die beide Deutsche Meister 2012 wurden.

Franz Richter feierte am vergangenen Dienstag seinen 14. Geburtstag und machte sich mit dem Titelgewinn selbst ein schönes Geburtstagsgeschenk. „Mit einer Medaille haben wir schon geliebäugelt, doch mit Gold nicht, da Franz nach einer Rückenverletzung das 2. Halbjahr 2011 und einschließlich Januar 2012 gar kein Mattentraining absolvieren konnte“, war Trainer Harald Stern, der Franz Richter im Leistungszentrum Frankfurt(O.) betreut, stolz auf die Leistung seines Schützlings.

Im Kampf um die Goldmedaille stand Franz Richter dem Südbadener Marius Krämer (KSV Linzgau-Taisersdorf) gegenüber, der seine Vorrundengegner allesamt nach nur wenigen Sekunden geschultert hatte. Doch Richter passte auf, fing den Angriff des Südbadeners ab und hätte ihn schon in Runde eins fast geschultert, die mit 6:0 vorzeitig an den Vogtländer ging. Im zweiten Durchgang dann der Schultersieg, nachdem Franz Richter seinen Kontrahenten mit einen blitzschnellen Angriff zur Hüfte überraschte und ihn mit beiden Schultern auf die Matte drückte. "Das war eine großartige Leistung, Franz glänzte mit schönen Techniken und viel Kampfgeist", so Frankfurt's Stützpunkttrainer Harald Stern.

Eine souveräne Leistung bot Andrej Ginc, der nach 6 Siegen auf dem obersten Siegertreppchen stand und obendrein als bester Kämpfer der Titelkämpfe von Torgelow geehrt wurde. Schon in der Vorrunde absolvierte der Ringer aus Torgelow die meisten Kämpfe, glänzte mit souveränen Siegen, nur im Gruppenfinale musste Ginc, der seit beginn des Schuljahres in Frankfurt(O.) lernt und trainiert, gegen Nico Weingart (TSV Dewangen) sein ganzes Können aufbieten. Unter dem Jubel der vielen Zuschauer in der Volkssporthalle Torgelow packte der junge Ringer einen beeindruckenden Finalsieg obendrauf.

Nicht ganz so gut lief es für seinen Bruder Alexander Ginc, der eine Gewichtsklasse tiefer, im Limit bis 42 kg antrat. Der junge Sportschüler musste im zweiten Kampf eine Niederlage gegen Florian Scheuer (RSC Laudenbach) hinnehmen, gewann jedoch seine anderen 3 Vorrundenduelle. Doch auch die Konkurrenz hatte keine weiße Weste mehr, die Ergebnisslisten der drei Gruppensieger wiesen jeweils eine Niederlage auf. Damit entschieden die Siegpunkte, Alexander Ginc nahm den zweiten Gruppenplatz ein und stand im kleinen Finale um Bronze, dass er gegen Pascal Müller (RV Haibach) gewann.

Auch Anthony Foth (54 kg), der ebenfalls aus Torgelow kommt, wollte den Siegerpokal vor großer, heimischer Kulisse gewinnen. In allen drei Vorrundenduellen siegte der Frankfurter Sportschüler und kämpfte sich damit ins Finale. Dort unterlag er allerdings Sebastian Klusak (KSV Hohenlimburg) und bekam bei der Siegerehrung vom Olympiasieger von 1968, Rudolph Vesper die Silbermedaille umgehangen. Nikita Günther (63 kg/SAV Torgelow/Leistungszentrum Frankfurt/O.) rundete die Bilanz der Ringer des SAV Torgelow, die in Frankfurt(O.) lernen und trainieren, mit einem 6. Platz in seiner Gewichtsklasse ab.

Auch die Ringer aus der eigenen Talentschmiede des RSV Hansa 90 zeigten gute Leistungen bei den Titelkämpfen in Torgelow. Franz Thomas (69 kg) überraschte mit zwei Auftaktsiegen gegen Eike Jahn (SV Fahrenbach) und Julian Zimmermann (KSV Witten). Doch dann wurde der Oderstädter vom späteren Meister Mirco Lemaic (AV Sulgen) gebremst. Mit dieser Niederlage stand Franz Thomas im kleinen Finale um Bronze. In diesem Duell unterlag der Schützling von Harald Stern gegen Marc Bantle (AB Aichhalden) und nahm somit den sogenannten ‚undankbaren 4. Platz‘ ein. Auch Mark Nickel schob sich im leichtesten Limit bis 34 kg unter die besten Sechs seiner Gewichtsklasse. Der Schützling von Nachwuchstrainer Jan Kramarczyk verlor seinen ersten Kampf gegen Tobias Knittel (KSV Pausa) mit 1:2 Runden nur hauchdünn, ließ danach jedoch zwei Schultersiege folgen. Erst eine weitere Niederlage gegen den späteren Meister Andreas Heid (RV Rümmingen) schickte den kleinen Oderstädter in den Kampf um Platz 5, den Marc Nickel gegen Fabien Martin (RV Thalheim) gewann. „Beide hätten gar noch weiter vorn landen können, Marc Nickel hat eine bessere Platzierung quasi gleich im ersten Duell gegen Tobias Knittel vergeben, Franz Thomas fehlt es nur an etwas mehr Selbstvertrauen, um in die Kämpfe um die Medaillen einzugreifen“, analysierte Lehrertrainer Harald Stern die Kämpfe der beiden Frankfurter Nachwuchsringer.

„Die Titelkämpfe in Torgelow standen auf recht hohem Niveau, was die Leistungen unserer Sportschüler unterstreicht, insgesamt bin ich mit den Ergebnissen zufrieden“, hauchte Harald Stern mit dem, was seine Stimmbänder nach Abschluss der Kämpfe überhaupt noch hergaben, kaum hörbar in die Runde, wobei auch viele mitgereiste Eltern und Internatserzieher Matthias Lebusa den Frankfurter Sportschülern den Rücken stärkten.

  


jöri